Kanalratten-Reiki & Pottwal-Akupunktur…

…Touch of healing im Löwenrudel, Meditation mit Ursus maritimus in der Schwitzhütte, Festhaltetherapie mit ´nem Nil-Krokodil, Shiatzu beim Innland-Typan, Familienstellen bei den Zebra-Mangusten, Wirbelsäulenbegradigung mit Giraffen, Urschrei-Therapie bei Quallen, Craniosakral-Behandlung bei afrikanischen Elefanten-Bullen, Chi Gong mit ´nem Dreizehen-Faultier, Kinesiologie mit Vogelspinnen, oder homöopathische Erstanamnese bei ´ner Zuchtpute…

Der Arbeitsalltag von Tierärzten könnte zukünftig aufregend werden, denn es ist nicht mehr zu ignorieren:

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Die Alternativ-Heilerei ist über die Veterinärmedizin gekommen

Das erfreut auf der einen Seite die Pferde-, Hunde-, Katzen- und Meerschweinchen-Besitzer, die nun – gemeinsam mit ihren Viechern – gegen Großstadtneurosen und ländliche Langeweile – definiert als geistartige Störungen der Lebenskraft –  ankämpfen, und nicht nur Freizeit,  Mahlzeit und manchmal auch die Liegestatt, sondern zusätzlich noch die Arzneien Globuli teilen können.

Das erfreut auch die Garde der Tierheilpraktiker, die für mannigfaltigen HokusPokus jeweils eine passende Weltanschauung geliefert bekommen, und ihre medizinische Unfähigkeit in Zukunft hinter solchen, aus der Humanmedizin wohlbekannten Immunisierungsstrategien wie „Erstverschlimmerung“ oder  „mangelnde spirituelle Offenheit“ verstecken können.

Und es erfreut die Garde der ökobeflissenen Landwirte, die sich der Illusion hingeben, mit der Verwendung von Globulis ihrer industrialisierten Tierhaltung wieder das Attribut „natürlich“ verleihen zu können.

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Auflockernder Einschub:

“By definition”, I begin

“Alternative Medicine”, I continue

Has either not been proved to work,

Or been proved not to work.

 

Auf der anderen Seite entsetzt diese Entwicklungen nicht nur die meisten Veterinärmediziner, die sich – jenseits verkitschter Mensch-Tier-Beziehungen – täglich Gedanken über Tiergesundheit und die ethischen Anforderungen an Tierhaltung und Tierhalter machen.

Sie entsetzt auch Verbraucherschützer im Lebensmittelbereich, für die eine handlungsfähige Veterinärmedizin ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die unzweifelhaft hohen Standards der (europäischen) Lebensmittelproduktion ist.

Und sie verärgert solche Zeitgenossen, denen die Zornesader schon beim Hausarzt schwillt, wenn dieser mit fiktiver „Naturheilkunde“ ganz reale IGEL-Leistungen liquidiert.

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Nicht lang gefackelt…

Dr. Erich Eder, Lehrbeauftragter an der Univ. Wien (Fakultät für Lebenswissenschaften); Besitzer eines akut erkrankten Katers, und Co-Autor bei Ulrich Berger auf dessen Blog „Kritisch gedacht“ –  machte aus seinem Herzen kein Mördergrube, sondern reagiert konsequent auf eine alternativheilerische Okkasion der Wiener Universitäts-Veterinärmediziner, und fegte denen ungerührt den gegenwärtigen Wissensstand zur Validität des modernen Schamanentums in einem offenen Brief um die Ohren.

Die Antwort des Vize-Rektorats der „vetmedunivienna“ ist dann nicht nur erfreulich eindeutig, sie verweist auch auf den Vortrag eines renommierten Veterinärmediziners, Prof. Dr. Marian Horzinek.

Horzinek war vor kurzem Vortragender und Teilnehmer einer Podiumsdiskussion auf dem 5. Leipziger Tierärztekongress, dem derzeit größten deutschen Fachsymposium der Veterinäre, dessen Auftaktveranstaltung  – dem Zeitgeist geschuldet – dem Schamanentum in Großtierklinik und Kleintierpraxis gewidmet war.

So berichtet die letzte VetImpulse (Nr.3/2010) in ihrem Leitartikel „Langer Weg vom HokusPokus zur Wissenschaft“ über den aus der Humanmedizin wohlbekannten Diskurs „Schamanismus vs. Wissenschaftsmedizin“.

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Alarmglocken und postmoderne Schwurbel-Rhetorik

Dass die Veterinäre die Thematik für durchaus wichtig ansehen, zeigte schon der warnende Hinweis Horzineks, der die wissenschaftliche Gesellschaft der Veterinärmedizin aufforderte,

„(…) ein unzweideutiges Bekenntnis zur wissenschaftlichen Methode abzugeben… sonst wird der Kongress von den Protagonisten der alternativen Behandlungsmethoden als Legitimierung vereinnahmt.“

Angesichts solch´unmíßverständlicher Stellungnahmen (die auf reichliche Erfahrung im Umgang mit Alternativheiler schließen lassen), ist anzunehmen, dass die Diskussion über das Für und Wider der Alternativheilerei in der Veterinärmedizin, auch keineswegs eine dieser sophistischen Auseinandersetzung einer saturierten Wohlstandsgesellschaft wird, die ihre Befindlichkeitsstörungen nicht mehr von behandlungswürdigen Krankheiten unterscheiden kann, und, dementsprechend, auch nicht mehr Quacksalberei von wirksamer Medizin.

Insofern ist es zu begrüßen, dass die Diskussion zunehmend im öffentlichen Raum geführt wird; wie jetzt auf dem Leipziger Kongress.

In der von der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft (DGV) gestalteten Diskussion „Wer heilt, hat Recht? (Dankbar wurde hier vom Verfasser das Fragezeichen registriert) ging es also darum, sich mit dem Spannungsfeld zwischen alternativen Methoden und der Evidenz basierten Tiermedizin auseinander zu setzen:

„Ziel ist es, die zum Teil heftig geführte Diskussion zu versachlichen und auf eine wissenschaftliche Basis zu stellen.“

Da schau her… (Der Satz kommt dem einem oder anderen sicher bekannt vor.)

Ging es nicht auch schon bei dem von den Humanmedizinern  – unter Mitwirkung des Präsidenten der Bundesärztekammer, Professor Dr. med. Dr. h. c. Jörg-Dietrich Hoppe – im Herbst 2000 ins Leben gerufene Dialogforum Pluralismus in der Medizin darum…

„…einen strukturierten Dialog zwischen Vertretern unterschiedlicher Therapierichtungen zu initiieren und letztlich zu einer patientengerechten Integration verschiedener therapeutischer Schulen beizutragen ?

Auch damals galt es, das drohende Schisma abzuwenden:

„Bisherige Auseinandersetzungen zwischen Schul- und Komplementärmedizin, die gelegentlich Glaubenskriegen ähnelten, sollten in einen rationalen Diskurs überführt werden.“

Nun, wenn etwas wirklich schief gegangen ist, dann das.

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Der „Dialog ohne Inhalt“

Es ist nämlich – bei noch soviel rhetorischer Schönfärberei – kaum zu ignorieren: Je länger der angebliche „Dialog“ dauert, desto deutlicher wird, dass zwischen der Wissenschaftsmedizin und der Alternativheilerei keine tragfähige Brücke zu bauen ist, dass der angebliche Dialog nicht stattfindet, weil die Schnittmenge der Weltsichten einfach nicht existiert.

Als Beleg für die These reicht es schon, sich mit der Frage nach den Bedeutung von Mikroorganismen im Krankheitsgeschehen zu beschäftigen: Wenn Hochschulmediziner sich bemühen, durch Viren, Bakterien oder andere Mikroorganismen verursachte schwerwiegende Infektion zu bekämpfen, während ultrahomöopathische Impfgegner z.B. der Schweizer AEGIS-Truppe heute – entgegen jeder wissenschaftlichen Erkenntnis – behaupten, dass Mikroorganismen keineswegs Krankheitsverursacher sind, sondern in ihren (heilenden) Funktionen (homöopathisch) unterstützt werden müssen, muss man sich ernsthaft die Fragen stellen, wie das vielbesungene, ergänzende Zusammenspiel von Wissenschaftsmedizin und Homöopathie denn eigentlich funktionieren soll ?

Das heißt, eigentlich muss man sich die Fragen nicht stellen, die Antwort ist nämlich schon klar:  Wenn derartige Positionen wirklich zu den Rahmenbedingungen eines wohlwollend toleranten Dialogs zwischen Wissenschaftsmedizin und Alternativheilerei gehören, dann muss die Wissenschaftsmedizin alles Notwendige tun, diesen Dialog – zum Wohl des Patienten, ob Mensch ob Tier –  so schnell als möglich zu beenden; oder eben überhaupt nicht führen.

Aber schauen wir doch mal, was zehn Jahre „strukturierter Dialog“ wirklich an Erkenntnis für die medizinische Versorgung bewirkt haben; und dabei meine ich nicht solche Patienenverarschungen wie Fernreiki u.ä..

Hat forciertes Wunschdenken in der Medizin zu einer Verbesserung von Heilungsraten geführt, hat sich der Medikamentenverbrauch reduziert, sind Heilverfahren durch die Integration komplementärmedizinischer Methoden wesentlich (oder überhaupt) verbessert worden ?

Ich fürchte, die Datenlage des Gesundheitswesens spricht dagegen.

Gibt es irgendwelche ernstzunehmenden Studien aus den Händen von Walach, Witt, Linde und Co. die veranlassen, eine vormals alternative Heilmethode zum Bestandteil einer wissenschaftsmedizinischen Verfahrens zu erheben ?

Sieht man von der willkürlichen Nadelung gut beeinflussbarer Patienten, und der Nutzung einiger bewegungstherapeutischer Verfahren oder Entspannungmethoden ab, darf man die Frage ruhigen Gewissens verneinen.

Oder, was sicher noch besser wäre, gibt es ein alternatives Heilverfahren, welches bei konsequenter Anwendung seiner Theorien zur Entstehung von Krankheiten, eine bessere Heilungsrate vorweisen kann, als ein wissenschaftsmedizinisches Verfahren ?

Nicht ein einziges.

Auflockernder Einschub:

You know what they call “alternative medicine”

That’s been proved to work?

„Medicine.”

 

Und hat sich der Dialog zwischen Wissenschaftsmedizin und Alternativheilerei tatsächlich verbessert ?

Ich meine, nicht wirklich.

Die Wissenschaftsmedizin wartet weiterhin auf den Nachweis jenseits der Anekdote, und reagiert zunehmend gereizt auf die Nonsense-Forschung der akademischen Schamanen. Diese wiederum ergehen sich in hysterischen Reaktionen auf kritische Forschung  und Berichterstattung.  Als Stichworte seien genannt: Bublath, Stiftung Warentest, S. Singh / E. Ernst , oder, ganz aktuell, das relativierende  Geplärr von Claus Hare Louis Fritzsche .

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Also alles wie gewohnt, oder ?

Dass Alternativmediziner – trotz aller Beteuerungen, an einem toleranten Miteinander interessiert zu sein – weiterhin gegen die Hochschulmedizin und die wissenschaftsmedizinische Forschung agitieren, daran hat man sich gewöhnt.

Dass man sich dann „Rosinen pickend“ bei genau dieser Forschung bedient, oder jedes Forschungergebnis zur ex cathedra -Verkündigung erhebt, das nur einen Hauch von Wahrscheinlichkeit bietet, man hätte endlich den langersehnten wissenschaftlichen Beweis für HokusPokus  (1 / 2), ist fast schon lustig, meist aber nur lächerlich.

Bedenklich ist allerdings das, um was sich derzeit besonders Dr. Claudia Witt und Dr. Stefan Willich vom Institut für Sozialmedizin an der Charité , oder eben Dr. Dr. Harald Walach intensivst bemühen: Um eine Variante wissenschaftlicher Prüfmethodik, die anstelle der aussagekräftigen „randomisierten kontrollierten Studie“ (RCT) bei alternativheilerischen Verfahren zum Einsatz kommt.

Henning Albrecht, langjähriger Leiter der Karl und Veronica Carstens-Stiftung, meinte beispielweise dazu, die Frage, ob die Homöopathie dem Placebo überlegen ist, stehe letztlich zurück hinter der Frage, wie erfolgreich die Homöopathie bei bestimmten Krankheiten sein kann. Nach seiner Meinung ist die Evaluation der therapeutischen Praxis wichtiger als die wissenschaftliche Fragestellung, sprich die Begründung der Wirkmechanismen oder die placebokontrollierten Wirksamkeitsnachweise.

Mit anderen Worten: Es geht nicht mehr darum, ob ein Verfahren – objektiv betrachtet – wirkt bzw. mit Blick auf die Naturgesetze, tatsächlich wirken kann, es geht, zumindest in der Humanmedizin, nur noch darum, wie Menschen funktionieren, denen man eingeredet hat, dass ein bestimmtes Verfahren funktioniert.

Noch anders: Es geht nicht mehr wichtig, ob mit einem Regentanz Regen herbeitanzt werden kann, sondern ob der Regentanz soviel Überzeugungskraft hat, dass die Menschen glauben, es läge am Regentanz, wenn es irgendwann und irgendwo regnet. Der wohlbekannte post hoc ergo propter hoc (lat. „danach, also deswegen“) -Trugschluß…

Ein Studiendesign, was diesen Überlegungen gerecht wird, was sich bewußt nicht mehr mit naturwissenschaftlich erruierbaren Prozessen, sondern nur noch mit psychogenen Folgen suggerierter Wirksamkeit beschäftigt, ist der einzige Rettungsanker, der der Alternativheilerei geblieben ist.

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„Methode Pippi Langstrumpf“ versus RCT

Und inzwischen dürfte deutlich sein, dass die methodische Neuorientierung, die die Apologeten der  Alternativ- oder Komplementärheilerei einforden, in erster Linie dazu dienen, die strengen Standards der Wissenschaft, wie z.b. die randomisierte Doppelblindstudien, zu umgehen. Hier geht es darum, wie Armado Sarma von der Gesellschaft für die Untersuchung von Paraphänomen (GWUP) schreibt,

„(…) das wissenschaftliche Methoden offenbar solange den Bedürfnissen der Alternativmedizin angepasst werden, bis sie die Resultate erzielen, die sich die Vertreter der „Komplementärmedizin“ wünschen“.

Dass sich dieses Ansinnen  nachvollziehbar begründen lässt, zeigt schon eine Auswahl (1) von früheren Studien Harald Walachs. Nicht erstaunlich, dass der heute dringend andere Evalutionstechniken einfordert.

Wer die nicht nur einfordert, sondern sie ohne ethische Bedenken anwendet, sie mit unglaublicher Chuzpe als Wissenschaft verkauft, und sich dabei noch nicht einmal schämt, den Deming zu zitieren, ist die Haushofmeisterin der Nebelkerzen-Rhetorik, Frau Stiftungs-Professorin“ Claudia Witt , die an der Charité die Millionen der Carstens-Stiftung mit Nonsense-Forschung verjubelt.

Und weil die immer dort zu finden ist, wo es darum geht, wissenschaftliche Standards weichzuklopfen, war sie auch auf dem Podium in Leipzig zu finden; und verging sich dort auf übelste am Altmeister des Qualitätsmanagements.

Denn wenn Frau Witt von Deming etwas mehr gelesen hätte, als das von ihr vorgetragene Zitat:

„Auf Gott vertrauen wir. Von allen anderen verlangen wir Zahlen“.

hätte sie hoffentlich den Mund gehalten, weil ihr sicher aufgefallen wäre, dass das zentrale Motiv der Qualitäter nicht die Suche nach der Größenordnung eines Phänomens ist, sondern die Suche nach dessen Ursache.

Vielleicht sollte sich Frau Witt deshalb mal über den tieferen Sinn ein paar weiterer Deming-Rosinen Gedanken machen:

„Wir sollten uns von der Theorie, nicht von Zahlen leiten lassen.“

„Sie können keine Ziele verwirklichen, wenn sie nicht die richtigen Methoden haben.“

„Beschäftige dich mit den Ursachen, nicht mit den Resultaten.“

„Information ist nicht Wissen.“

vor allem aber:

„Die Erfahrung lehrt nichts ohne Theorie“

Nun ist das eigentümliche am Wahn genau die Illusion, klar zu denken. Deshalb ist es nicht erstaunlicher, dass die Vertreter der Homoöpathie und anderer Wahndenksystem zwar ständig an der Theorie scheitern, aber genau das nicht sehen wollen; oder vielmehr, sehen können.

Statt dessen verlassen sie sich auf die Aussagen anderer Gläubiger, die dem gleichen Wahn unterliegen. Ob solche, sich selbst bestätigende Systeme im Umgang mit Waldi, Maunzerle  oder 50.000 Zuchtsauen funktionieren, darf bezweifelt werden, denn…

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…Tier-Homöopathie wirkt vor allem beim Tierhalter

Denn wer glaubt, es ginge in erster Linie ums Tier, wird zumindest von der Gesellschaft für Ganzheitliche Tiermedizin (GGTM) eines besseren belehrt.

Aus einem Prospekt der "GGTM"...

Weil aber auch ein zufriedener Demeter-Bauer die Euterentzündung für Milchkuh Elli nicht erträglicher macht, sei das Schlußwort  Prof. Dr. Marian Horzinek überlassen:

Wer heilt, mag ja recht haben, aber er ist darum noch kein Mediziner.

Wenn der Glaube Berge versetzen kann, dann kann er auch Zytokinprofile beeinflussen, psychoneuroendokrine Regelkreise dämpfen, die Stigmata Christi entstehen und Ekzeme verschwinden lassen.

Nur – wird man Hund und Katze zum homöopathischen Glauben bekehren können?

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16.02.2010  – Nachtrag

Bedeutsame Hinweise, verbunden mit einer eindringlichen Warnung:

In der neuen VetImpulse (4/2010) war in einem Leserbrief der Hinweis zu finden, dass das homöopathische Mittel „Lachesis“ bei Sauen nur dann besser als ein Placebo wirkt, „wenn die Sau Lachesis sei.“

Sein Sie, ganzheitlich-alternativ denkender Tierhalter, also gewarnt:  Bekommt Ihr Dackel Lachesis als „personotropes“ Homöopathikum  – und das Tier hat keine Ähnlichkeit mit Schlangengift – wirkt das Mittel nicht besser als ein wirkstofffreies Präparat. Das, meine ich, sollten Sie wissen.

Ob dergleichen auch gilt, wenn Ihr Hund Microwave oder  Dieselabgase verordnet bekommen hat,  war nicht abschließend zu klären.

19.05. 2010 – Nachtrag

„Medizin zum Aufmalen III – Neue Homöopathie für Tiere“

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Endnoten:

(1) Dankend entnommen aus dem Fundus von kidmed, dem Forum für deutliche Worte. Die fettgedruckten Übersetzungen stammen nicht von Herrn Walach.

Forsch Komplementarmed Klass Naturheilkd. 2002 Feb;9(1):22-30.
Distant healing and diabetes mellitus. A pilot study
Ebneter M, Binder M, Kristof O, Walach H, Saller R.
Zitat aus dem Abstract der Postille: ‚The results indicate the possibility that a Distant Healing intervention could have certain effects on patients with diabetes mellitus.‘

Auf deutsch: Wir haben in einer aufwendigen Studie, die der deutsche Steuerzahler finanziert hat gezeigt, daß Geistheilung(!) vielleicht einen bestimmten Einfluß auf Diabeteskranke haben könnte – vielleicht aber auch nicht. Aber auf jeden Fall hat unsere Arbeitsgruppe in der Zeit eine Menge Kohle verpulvert.

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Forsch Komplementarmed Klass Naturheilkd. 2002 Jun;9(3):168-76.
Efficacy of distant healing–a proposal for a four-armed randomized study (EUHEALS).
Walach H, Bosch H, Haraldsson E, Marx A, Tomasson H, Wiesendanger H, Lewith G.
Zitat: ‚Distant healing as a treatment modality is frequently used by patients and healers. Some preliminary evidence suggests possible effects.‘

Auf deutsch: Wir wollen mit deutschen Steuergeldern noch eine aufwendige Studie über Geistheiler(!) machen, es könnt‘ ja doch funktionieren. Und wenn nicht isses ja nicht unser Geld gewesen.

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J Altern Complement Med. 2001 Feb;7(1):45-51.
Chronically ill patients treated by spiritual healing improve in quality of life: results of a randomized waiting-list controlled study.
Wiesendanger H, Werthmuller L, Reuter K, Walach H.
Zitat: ‚Chronically ill patients who want to be treated by distant healing and know that they are treated improve in quality of life.‘

Auf deutsch: In einer aufwendigen, teuren Studie haben wir gezeigt, daß Geistheilung(!) bei Patienten, die an diesen Unfug fest glauben, nach deren Bekunden eine Verbesserung des Allgemeinbefindens bewirken kann.

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Neurosci Lett. 2003 Jan 9;336(1):60-4.
Correlations between brain electrical activities of two spatially separated human subjects.
Wackermann J, Seiter C, Keibel H, Walach H.
Zitat: ‚The results indicate that correlations between brain activities of two separated subjects may occur, although no biophysical mechanism is known.‘

Auf deutsch: Wir wollten telepathische Gedankenübertragung(!) beweisen und haben einen Editor einer Postille aufgetrieben, der dumm genug war, unseren Unfug auch noch zu drucken.

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Schmerz. 2002 Feb;16(1):1-8.
Does weather modify headaches? An empirical evaluation of bio-weather categorization
Walach H, Schweickhardt A, Bucher K.
Zitat: ‚There is a clear but small correlation between headache and weather. More, and more fine-grained, studies are warranted, especially for identifying those patients at risk for weather prone headaches.‘

Auf deutsch: Wir haben uns redlich bemüht, einen Zusammenhang zwischen Kopfschmerzen und dem Wetter herzustellen, aber wenn überhaupt sind die Effekte marginal. Und weil diese Effekte so minimal sind, brauchen wir jetzt richtig Kohle für viele, ganz groß angelegte Studien, um diese sensationellen Minimaleffekte auch wirklich abzusichern.

b

Cephalalgia. 2001 Jul;21(6):685-90.
Sferics and headache: a prospective study.
Walach H, Betz HD, Schweickhardt A.
Zitat: ‚We conclude that in an unselected sample of headache patients some may indeed be susceptible to the low intensity type of electromagnetic radiation exemplified by sferics pulses. This phenomenon warrants further scrutiny.‘

Auf deutsch: In unserer Studie könnten tatsächlich einige Patienten empfänglich für obskure elektromagnetische Strahlen gewesen sein, aber so genau weiß das natürlich keiner. Dieses sensationelle Phänomen rechtfertigt absolut weitere Studien aus deutschen Steuermitteln.

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Schmerz. 1996 Jun 17;10(3):156-62.
Homeopathy in headaches. A review
Walach H, Haag G.
Zitat: ‚At present, we do not have any evidence that homeopathic therapy has any effect other than a placebo effect. However, this can be very impressive sometimes.‘

Auf deutsch: Studien haben gezeigt, daß Homöopathie kompletter Schwachsinn ist, aber wir wollen trotzdem noch lange weiter „forschen“ und Steuergelder aus dem Fenster pulvern.

b

Br Homeopath J. 2000 Jul;89 Suppl 1:S31-4.
Effects of acupuncture and homeopathy: prospective documentation. Interim results.
Walach H, Guthlin C.
Zitat aus dem Abstract der Britischen Postille für Scharlatanerie: ‚Homeopathy and acupuncture are clinically effective in a variety of medical problems.‘

Auf deutsch: Homöopathie und Akkupunktur sind bei einer Reihe von medizinischen Problemen doch wirksam. Das widerspricht zwar anderen Studien, aber was kümmert mich mein Geschwätz von gestern? Man muß nicht immer so negativ denken, und bevor uns noch einer den Geldhahn abdreht…

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Cephalalgia. 2000 Nov;20(9):835-7.
The long-term effects of homeopathic treatment of chronic headaches: 1 year follow up.
Walach H
, Lowes T, Mussbach D, Schamell U, Springer W, Stritzl G, Haag G.
Zitat: ‚There is no indication of a specific, or of a delayed effect of homeopathy.‘

Auf deutsch: Na gut, Homöopathie ist doch Schwachsinn.

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Br Homeopath J. 2001 Apr;90(2):63-72.
The long-term effects of homeopathic treatment of chronic headaches: one year follow-up and single case time series analysis.
Walach H, Lowes T, Mussbach D, Schamell U, Springer W, Stritzl G, Haag G.
Zitat aus der Britischen Postille für Scharlatanerie: ‚There is no indication of a specific, or of a delayed effect of homeopathy.‘

Auf deutsch: Wir haben jetzt endgültig gezeigt, daß Homöopathie kompletter Schwachsinn ist. Wir geben hiermit unseren Lehrstuhl ab, das Thema ist erledigt. Die Britische Postille für Scharlatanerie hatte hiermit ihre letzte Ausgabe, wir entschuldigen uns dafür, daß Homöopathen Sie weit über 100 Jahre nach Strich und Faden verarscht und wir Ihnen das Geld aus der Tasche gezogen haben.

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J Psychosom Res. 2001 Mar;50(3):155-60.
The effects of homeopathic belladonna 30CH in healthy volunteers — a randomized, double-blind experiment.
Walach H, Koster H, Hennig T, Haag G.
Zitat: ‚There is no indication that belladonna 30CH produces symptoms different from placebo or from no intervention. Symptoms of a homeopathic pathogenetic trial (HPT) are most likely chance fluctuations.‘

Auf deutsch: Wir haben, um ganz sicher zu gehen, nochmal gezeigt, daß Homöopathie kompletter Schwachsinn ist. Wir geben hiermit jetzt aber wirklich unseren Lehrstuhl ab, das Thema ist erledigt. Wir entschuldigen uns nochmal dafür, daß wir Sie weit über 100 Jahre nach Strich und Faden verarscht und Ihnen das Geld aus der Tasche gezogen haben.

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J Anxiety Disord. 2001 Jul-Aug;15(4):359-66.
Efficacy of Bach-flower remedies in test anxiety: a double-blind, placebo-controlled, randomized trial with partial crossover.
Walach H, Rilling C, Engelke U.
Zitat: ‚We conclude that Bach-flower remedies are an effective placebo for test anxiety and do not have a specific effect.‘

Auf deutsch: Bachblüten haben außer dem normalen Plazeboeffekt keinerlei Wirksamkeit. – Wer hätte das gedacht; aber gut, daß wir das nochmal zeigen durften.

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Forsch Komplementarmed Klass Naturheilkd. 2003 Aug;10(4):192-200.
Entanglement model of homeopathy as an example of generalized entanglement predicted by weak quantum theory.
Walach H.
Zitat: ‚Homeopathy could be a macroscopic analogue to quantum teleportation.‘

Kommentar: Da möchte uns jemand jetzt aber einen gewaltigen Bären aufbinden!

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3 Antworten zu Kanalratten-Reiki & Pottwal-Akupunktur…

  1. Johannes9126 schreibt:

    Danke. Einfach nur danke. Gerade gestern hatte ich ein kurzes Gespräch mit einem befreundeten Ehepaar, schlaue Leute, sie ist Naturwissenschaftlerin –

    „Willst Du nicht mal was Naturheilkundliches gegen Dein Asthma nehmen?“

    Ich: „Ach so, was denn?“

    „Na einem Kollegen hat ein homöopathisches Mittel gegen alle seine Allergien geholfen, er hat keine Probleme mehr, nur wenn er sein Mittel vergißt, schwillt er zu.“

    Ich: „Und hat man mal seine Glaubuli heimlich gegen andere ausgetauscht, um zu sehen ob es einen Unterschied macht? Ich vertraue lieber au beta2 Mimetika. Da gibt es wenigstens nachgewiesene Rezeptoren. “

    „Ui, ganz medizingläubig.“

    Ächz. Total verdattert und weil wir sowieso gerade beim Gehen waren hatte ich gar nicht gefragt, was denn Homöopathie bitteschön mit Naturheilkunde zu tun hat.

  2. GeMa schreibt:

    Gern gelesen🙂

  3. Wissenschaftler schreibt:

    Der schwache Mensch braucht eben einen Glauben, leider!

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