Rudis Erben: Gefährlich für Kinder

Mittlerweile pfeifen es die Spatzen von allen Dächern, dass die Welt der Anthroposophen zwar anders, aber eben nicht heiler ist.

Ein Grund dafür ist die unter Anthroposophen aus ideologischen Gründen weit verbreitete Impfgegnerschaft.

Sie führt letztlich dazu, dass regelmässig epidemische Ausbrüche gefährlicher Kinderkrankheiten wie die Masern, von Waldorfschulen ausgehen, oder zwischen Waldorfeinrichtungen weitergereicht werden.

Hintergrund ist einerseits die geringe Durchimpfungsrate unter den Kindern anthroposophisch orientierter Eltern, wie auch andererseits deren Überzeugung, dass durchgemachte Kinderkrankheiten für die geistig-seelische Entwicklung notwendig sind.

Und weil unter Anthros die Lehre des großen Rudi mehr gilt, als die Vernunft,  wurden,  allein in diesem Jahr,  schon in zwei Waldorfschulen kurzfristig Kinder, zu deren Schutz, durch die zuständigen Gesundheitsämter zwangsbeurlaubt.

Am 18.03.2010 veröffentlichte die Stadt Essen eine Pressemitteilung, in der auf einen Masern-Ausbruch  an der Essener Waldorfschule hingewiesen wurde.

Gerade zwei Monate zurück, am 25.01. 2010 berichtete die Berliner Morgenpost über eine  Ausbruch in der Walddorfschule Dahlem, auf den das Gesundheitsamt Steglitz-Zehlendorf ebenfalls mit dem Ausschluß vom Unterricht für mehr als 250 Schüler reagierte.

Der Berliner Ausbruch hat eine besonders pikante Note, weil ein Vater gegen den Ausschluß der Schüler beim Verwaltungsgericht geklagt – und verloren hat.

Die Berliner Morgenpost schreibt:

Das Gericht gab der Behörde nach Angaben vom Freitag Recht. Die Kinder könnten bei einer Erkrankung Mitschüler anstecken, bevor sie selbst sichtbare Symptome zeigen, hieß es zur Begründung. Ihr Interesse am Schulbesuch müsse angesichts der Ansteckungsgefahr der mitunter sogar tödlich verlaufenden Krankheit zurücktreten.

Der Vater war nicht nur bereit, das Risiko eines tödlichen Verlaufs bei seinem Nachwuchs einzugehen, sondern eben auch ein solches bei anderen Kindern zu akzeptieren.

Welch Geistes Kind echte Anthroposophen sind, kann man einem Zitat entnehmen, das aus einem Brief des Vaters an die zuständige Berliner Stadträtin stammt:

„Allein die Tatsache, dass Masern auch tödlich verlaufen können, gibt der Gesundheitsverwaltung meines Erachtens nicht das Recht, derartig einschneidende Maßnahmen zu ergreifen.“

Was geht wohl im Kopf eines Vaters schief, der eine „individuelle Impfentscheidung“ fällt, aber mit „Individuum“ dummerweise nicht sich selbst,  sondern seine und andere Kinder meint, und dessen größte Sorge bei einer sich anbahnenden Epidemie es offenbar ist, dass seine Nachkommen mal 14 Tage nicht in der Schule sind ?

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7 Antworten zu Rudis Erben: Gefährlich für Kinder

  1. Andreas Lichte schreibt:

    Hier: http://feuerbringer.com/2010/02/28/steiner-behinderte-kinder-minderwertig/

    habe ich einen Schweizer Ex-Waldorfschüler gefragt: “Kannst du etwas dazu sagen: Anthroposophen sind Impfgegner, an Waldorfschulen brechen immer wieder Masern aus, werden von Waldorfschule zu Waldorfschule übertragen.”

    Seine Antwort:

    “(…) Ich selbst und die meisten Steinerschüler, welche ich kannte, hatten die Masern. Und auch Mumps und Röteln und andere “Kinderkrankheiten”…

    Meine ehemaligen Ärzte, welche Patienten mit besondern Krankheiten immer nur zu anderen Anthroposophen weiterleiteten, impften nur die “wirklich wichtigen Dinge” (Tetanus, Polio). Als ich mit Anzeichen einer Depression um Hilfe bat, empfahl er mir, Sanddornsäfte zu trinken, damit ich mehr Energie hätte. Das gab mir den Rest und seither bin ich nie mehr bei ihm gewesen.

    Als weiteres lustiges Element ist die Homöopathie zu nennen. Gestandene und Ausgebildete Naturwissenschaftler und Ärzte “lernen”, die wissenschaftlichen Methoden zugunsten Aberglauben und Placebo zu vergessen. Unglaublich.

    Und in meiner Kinderzeit von 3 – 5 Jahren litt ich monatlich an Mandelentzündung und schweren Anginas und Erkältungen. Die Homöopathen erzählten meinen Eltern den grössten Scheiss und erst, als ich kaum mehr leben konnte, gab man mir Antibiotika. Und danach wurden endlich die Mandeln entfernt (seither bin ich mehrheitlich gesund). Doch 3 Jahre leiden und fruchtsäfte und sonstigen Dreck.

    Hehe… und die Kinder der Anhroposophischen Ärzte und Lehrer waren damals (wie heute) die ersten, welche Drogen- und Alkoholexzesse feierten. Und die Eltern und Lehrer schwiegen. (…)”

  2. Ja, und das Märchen der Almstudie ist einfach nicht auszurotten. Es ist zum Kotzen! (Verzeihung für die Wortwahl)

  3. Andreas Lichte schreibt:

    „INDIVIDUELLE Impfentscheidung“ können wir ganz schnell wieder vergessen. Da ist nichts „Individuelles“:

    Ich habe mir mal anlässlich einer Teilnahme an einer TV-Diskussion zur Waldorfschule im Bayrischen Rundfunk überlegt, ob man nicht am Beispiel der Impfgegnerschaft deutlich machen könnte, dass die Waldorfschulen eine echte PARALLELGESELLSCHAFT sind:

    Frage: “Wenn Sie nicht wissen, wo eine Waldorfschule ist, wie finden Sie sie?”

    Antwort: “Ich besorge mir vom Robert Koch Institut (RKI) eine Karte der Masern Epidemien – da finde ich jede Waldorfschule …“

    Das ist doch hübsch. Objektiv, reine Statistik. Ich musste auf diese Illustration verzichtet, es gab mal wieder keine Zeit auszureden.

    Hier auch noch meine Erfahrungen im „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“ bei meiner Ausbildung zum Waldorflehrer. Parallelgesellschaft Hilfsausdruck. Steiner-Gehirnwäsche treffender:

    „Wundersame Waldorf-Pädagogik oder Atlantis als Bewusstseinszustand“

    http://www.novo-magazin.de/71/novo7138.htm

  4. excanwahn schreibt:

    Hallo Herr Lichte,

    den Begriff der „individuellen Impfentscheidung“ habe ich nur deshalb verwendet, weil das ja genau die euphemistische Wortwahl für: „Ich treff´ die Entscheidung für andere!“ ist.

    Ich bin immer wieder frustriert darüber, wie weit besonders religiös oder anderweitig ideologisch fixierte Eltern ihr „Direktionsrecht“ gegenüber ihren Kindern auslegen.

    Ich bin der allerletzte, der massive Eingriffe des Staates in die persönlichen Rechte befürwortet, aber hier habe ich das Gefühl, dass es unbedingt zu einer gesetzlichen Regelung im Sinne des Gesundheitsschutzes für Kinder kommen muss, bevor solcher Unsinn zur bundesdeutschen Regel wird.

    Mittlerweile krieg ich jedesmal einen Hals, wenn ich die Clay-Allee Richtung Roseneck fahre, und das gefällt mir auch nicht.

  5. Andreas Lichte schreibt:

    Hallo Herr „excanwahn“,

    war mir klar, dass Sie bewusst den Euphemismus „individuelle Impfentscheidung“ gewählt haben.

    Sie schreiben: „dass es unbedingt zu einer gesetzlichen Regelung im Sinne des Gesundheitsschutzes für Kinder kommen muss“

    sehe ich ganz genauso!

    hier: http://www.scienceblogs.de/weitergen/2008/04/masernepidemie-in-osterreich.php#comment23256

    habe ich mal in einem Kommentar verglichen, mit den Pocken, die ja nur aufgrund gemeinsamen Handelns ausgerottet werden konnten. Im Kommentar auch wieder der garantiert tödliche Rudolf Steiner …

  6. Andreas Lichte schreibt:

    Von: Andreas Lichte
    Datum: 23. April 2010 10:32:55 MESZ
    An: „Siedler, Anette“, Robert Koch Institut
    Betreff: Masern in Mettmann: Waldorfschule

    Sehr geehrte Frau Siedler,

    Vielen Dank für Ihre E-mail und das wirklich interessante Gespräch gestern!

    .

    Gerade bekam ich einen Anruf von Regina Kohnert, stellvertretende Leiterin des Kreisgesundheitsamtes Mettmann.

    Sie bestätigte mir, dass alle 8 Masernfälle in Waldorfschulen aufgetreten sind. Die Schüler hätten Kontakt zur Waldorfschule in Essen gehabt, wo es auch die Masern gab …

    .

    Artikel zu Masern in Mettmann, ohne Angabe „Waldorfschule“: http://www.rp-online.de/duesseldorf/hilden/nachrichten/Acht-Kinder-an-Masern-erkrankt_aid_842790.html

    Artikel zu Masern in Essen, mit Angabe „Waldorfschule“: http://www.kinder.de/Artikel.815.0.html?&cHash=bf5c3ce9c8&tx_ttnews%5Btt_news%5D=2098

    .

    Viele Grüße

    Andreas Lichte

  7. Andreas Lichte schreibt:

    http://www.ruhrbarone.de/drei-grunde-fur-die-waldorfschule/

    „Drei Gründe für die Waldorfschule

    (…) Warum untergraben Waldorfschulen das Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Masern bis 2010 in Europa auszurotten? Und warum werden Menschen dem Risiko einer Infektion mit einer schweren Krankheit ausgesetzt?

    (…) Anthroposophen – natürlich auch der anthroposophische Schularzt der Waldorfschulen – folgen Rudolf Steiner. Steiner begründet, warum die Masern eine Krankheit sind, die man durchmachen muss, so:

    Ein Mensch hat in seinem letzten Leben zu viel „gegrübelt“, was zu einer „Schwäche der Seele“ führt. Die Masern sind die „physisch-karmische Wirkung“ dieses Fehlverhaltens im letzten Leben. Die Masern macht man durch, „um organische Selbsterziehung zu üben“, „die Krankheit kann in einen geistigen Prozeß zurückverwandelt werden“ …

    Wer meint, dies sei aber eine völlig idiotische Zusammenfassung, der überzeuge sich selbst: Im „Anhang“ gibt es Steiners Karma-Masern-Quacksalberei im Original zu bestaunen (…)

    Anhang:

    Rudolf Steiner begründet, warum Masern eine Krankheit sind, die man durchmachen muss:

    „Nehmen wir an, im späteren Leben bekommt eine Persönlichkeit Masern, und wir suchen nach dem karmischen Zusammenhang dieses Falles. Wir finden dabei, daß dieser Masernfall aufgetreten ist als eine karmische Wirkung von solchen Vorgängen in einem vorangegangenen Leben, die wir etwa so beschreiben können: Die betreffende Individualität war in einem vorhergehenden Leben eine solche, die sich nicht gern um die äußere Welt bekümmert hat, sich nicht gerade im grob egoistischen Sinne, aber doch viel mit sich selber beschäftigt hat; eine Persönlichkeit also, die viel nachgeforscht hat, nachgedacht hat, aber nicht an den Tatsachen der äußeren Welt, sondern die im inneren Seelenleben geblieben ist. Sie finden auch heute sehr viele Menschen, welche glauben, daß sie durch In-sich-abgeschlossen-Sein, durch Grübeln und so weiter zur Lösung von Welträtseln kommen können. Bei der Persönlichkeit, die ich meine, handelte es sich darum, daß sie mit dem Leben so fertigzuwerden suchte, daß sie innerlich nachgrübelte, wie man sich in diesem oder jenem Falle verhalten soll. Die Schwäche der Seele, welche sich daraus ergeben hat im Verlaufe des Lebens, führte dazu, daß im Leben zwischen Tod und neuer Geburt Kräfte erzeugt wurden, welche den Organismus in verhältnismäßig später Lebenszeit noch einem Masernanfall aussetzten.

    Jetzt können wir uns fragen: Wir haben auf der einen Seite den Masernanfall, der die physisch-karmische Wirkung ist eines früheren Lebens. Wie ist es denn aber nun mit dem Seelenzustand? Denn das frühere Leben gibt ja als karmische Wirkung auch einen gewissen Seelenzustand. Dieser Seelenzustand stellt sich so dar, daß die betreffende Persönlichkeit in dem Leben, wo sie auch den Masernanfall hatte, immer wieder und wieder Selbsttäuschungen unterworfen war. Da haben Sie also die Selbsttäuschungen anzusehen als die seelisch-karmische Folge dieses früheren Lebens und den Eintritt der Masern als die physischkarmische Folge jenes Lebens.

    Nehmen wir nun an, dieser Persönlichkeit wäre es gelungen, bevor der Masernfall eintrat, etwas zu tun, um sich gründlich zu bessern, das heißt, um eine solche Stärke der Seele sich anzueignen, daß sie nicht mehr ausgesetzt wäre allen möglichen Selbsttäuschungen. Dann würde diese dadurch heranerzogene Seelenstärke dazu geführt haben, daß die Masernerkrankung hätte unterbleiben können, weil das, was im Organismus schon hervorgerufen war bei der Bildung dieser Organisation, seinen Ausgleich gefunden hätte durch die stärkeren Seelenkräfte, welche durch die Selbsterziehung herangezogen worden wären. Ich kann natürlich nicht ein halbes Jahr über diese Sachen reden; aber wenn Sie weit im Leben herumschauen und alle Einzelheiten, welche sich als Erfahrungen darbieten, von diesem hier gegebenen Ausgangspunkt aus betrachten würden, so würden Sie immer finden, daß das äußere Wissen voll bestätigen würde – bis in alle Einzelheiten -, was hier gesagt worden ist. Und was ich jetzt gesagt habe über eine Masernerkrankung, das kann zu Gesichtspunkten führen, die erklären, warum Masern gerade zu den gebräuchlichen Kinderkrankheiten gehören. Denn die Eigenschaften, die genannt worden sind, kommen in sehr vielen Leben vor. Insbesondere in gewissen Zeitperioden haben sie in vielen Leben grassiert. Und wenn dann eine solche Persönlichkeit ins Dasein tritt, wird sie so schnell wie möglich Korrektur üben wollen auf diesem Gebiet und in der Zeit zwischen der Geburt und dem gewöhnlichen Auftreten der Kinderkrankheiten, um organische Selbsterziehung zu üben, die Masern durchmachen; denn von einer seelischen Erziehung kann ja in der Regel in diesem Alter nicht die Rede sein.

    Daraus sehen Sie, daß wir wirklich davon sprechen können, daß die Krankheit in gewisser Beziehung wieder zurückverwandelt werden kann in einen geistigen Prozeß. Und das ist das ungeheuer Bedeutsame, daß wenn dieser Prozeß in die Seele als Lebensmaxime aufgenommen wird, er eine Anschauung erzeugt, die gesundend auf die Seele wirkt. In unserer Zeit braucht man sich nicht besonders zu wundern, daß man so wenig auf die Seelen wirken kann. Und wer die Zeit heute vom geisteswissenschaftlichen Standpunkt aus durchschaut, der wird es begreifen, daß so viele Mediziner, so viele Ärzte Materialisten werden (…)“

    Rudolf Steiner, „Die Offenbarungen des Karma“, GA 120, FÜNFTER VORTRAG, Hamburg, 20. Mai 1910, S. 102ff

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