400 Millionen Stunden Schulausfall…

… sind ein Teil der traurigen Bilanz einer schleichenden Naturkatastrophe am fast ausgetrockneten Tschadsee, einstmals einer der größten Binnenseen der Erde.

Im Foyer des Auswärtigen Amts hat der Berliner Fotograf Harald Keller am Dienstag seine Austellung außerordentlich beeindruckender Bilder vom Tschadsee und den Menschen, die am und vom See leben, eröffnet. Entstanden sind die Fotografien im August u. September  letzten Jahres, als Projekt im Auftrag des Goethe-Instituts.

Flyer zur Ausstellung, Copyrights H. Keller

Harald Keller selbst berichtete bei der Ausstellung-Eröffnung von den vielfältigen Problemen, die der Wassermangel und die verheerenden Hygieneverhältnisse für die mehr als 10 Millionen Afrikaner darstellt, die unmittelbar vom See abhängig sind.

Dazu gehören, neben Clan-Kriminalität und Wasserverteilungskämpfen, vor allem die ständige Bedrohung durch die klassischen Gastroenteritiden wie Cholera oder Typhus, die mangels medizinischer Versorgung oft zu Todesurteilen werden.

Jeden Tag sterben dort mehr Kinder an diesen Infektionen, als an allen anderen Krankheiten zusammen.Und auf rund 400 Millionen Zeitstunden addieren sich die durch diese Erkrankungen verursachten Schulversäumnisse.

400 Millionen Stunden, eine bizzare Zahl.

Sie bedeuten für die Kinder eine massive Verschlechterung ihrer Chancen, irgendwann ein menschenwürdiges, selbstbestimmtes Leben führen zu können.

Im Tschad, als nur einem der Anreinerländer, liegt die Kindersterblichkeit bei etwa 20 %, die Säuglingssterblichkeit bei etwa 12 %. In Deutschland, der durch Impfschäden und Schulmedizin schwer gebeutelten Industrie-Nation, liegt diese bei 0,4 %.

Real heißt das, in Deutschland sterben etwa 4 Kinder von 1000 vor Erreichen des Erwachsenenalters, und das mit sinkender Tendenz, im Tschad sind es 100 Kinder, z.Tl. deutlich mehr, stark abhängig u.a. von metereologischen Phänomenen.

In Deutschland, dem Land der Schulmedizin-Opfer, liegt die Lebenserwartung um die 80 Jahre, im Tschad etwa bei 45- 50 Jahren.  Die Liste lässt sich für die anderer Anlieger des Tschadsees mit ähnlichen Zahlen fortsetzen.

Wir in Deutschland leisten uns eine sogenannte „Alternativmedizin“, deren penetrante Popularisierung – angesichts solcher realen Nöte – wohl eher als peinliche Attitüde einer übersättigten Wohlstandsgesellschaft gesehen werden muss.

Wir erleben skurile Kleinkriege im Internet, in denen Alternativheiler jeder Couleur sich vollmundig brüsten, für – selbstverständlich – kleines Geld selbst solche epidemischen Erkrankungen locker in den Griff zu bekommen, die Zentralafrika beuteln.

Wo sind die deutschen Wunderheiler am Tschadsee ?

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