Aus Rudis Hausapotheke: Ferrum phosphoricum comp.

Regelmässig finde ich in Apotheken, die ich danach nicht mehr aufsuche, überaus informative Broschüren, z.B. aus dem Hause Weleda, in denen die Medizin jenseits des Verstandes offeriert wird. Dieses Unternehmen hat es sich zum Anliegen gemacht, die pharmakologischen Weisheiten des ganz außerordentlichen Philosophen und Wissenschaftlers Rudolf Steiner, dem Rest der Welt zugänglich zu machen.

Eines dieser Mittel – Ferrum phosphoricum comp. – soll heute den kosmischen Reigen der Anthro-Medizin eröffnen.

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Warum braucht der Mensch „Ferrum phosphoricum comp.“ ?

Lauscht man dem Geraune aus dem Hause Weleda, ist das Mittel gemäß der anthroposophischen Menschen- und Naturerkenntnis componiert,eignet sich schon ab dem Säuglingsalter zur Behandlung eines fieberhaften Infekts, und somit von der Wiege bis zur Bahre das Mittel der Wahl bei fieberhaften Erkältungen.

Schauen wir – als selbstverantwortlicher und aufgeklärter Patient – also mal genauer nach, wie Weleda generationenübergreifend der alljährlichen Rotznase beikommen will.

In 10 g Streukügelchen sind verarbeitet:

Aconitum napellus Dil. D1 0,01 g / Bryonia Dil. D1 0,06 g / Eucalyptus Ø 0,05 g / Eupatorium perfoliatum Dil. D1 0,04 g / Ferrum phosphoricum Dil. D6 (HAB, V. 8a) 0,1 g / Sabadilla Ø (=D1) 0,01 g. (Angaben des Herstellers)

Und das hilft gegen einen grippalen Infekt ? Tatsächlich ?

Vielleicht wird´s einsichtiger, wenn man das Ganze ins Deutsche übersetzt ?

Also: Aconitum napellus ist der „Blaue Eisenhut“, Bryonia die „Zaunrübe“, Eucalyptus ist „Eucalyptus“, Eupatorium perfoliatum nennt man den „Durchwachsenen Wasserdost“, Ferrum phosphoricum ist  „Eisenphosphat“ und Sabadilla schließlich heißt im Volksmund „Läusekraut“.

Gut, Eukalyptus kennt man u.a. als Bonbon.

Aber was ist mit dem Rest ?

Zaunrübe ? Wasserdost ? Läusekraut ? Blauer Eisenhut ? Eisenphosphat ?

Das hört sich irgendwie mehr danach an, als hätte die Laienspielgruppe der Freien Waldorfschule Kleinmachnow mit einem Chemiebaukasten den „Kampf der Häuptlinge“ neu inszeniert.

Sie erinnern sich doch ?  Dieser Asterix & Obelix-Comic, in dem der Dorf-Druide nach einem Hinkelsteinschlag etwas verwirrt ist, und nun, in einem ständig größer werdenen Krater, alles mögliche Gedöns in seinen Kessel schmeißt… und alle Nase lang:  Bumm !

Als es dann einmal nicht explodiert, hoffen die Gallier inständig darauf, dass Miraculix nun völlig zufällig den Zaubertrank wieder hergestellt hat…

Bei Weleda läuft´s wohl genau so, heraus kommt dann aber ein Grippemittel. Denn eigentlich haben die Inhaltsstoffe der Composition nichts mit einem pharmakologisch kausalen Konzept zutun; sieht man mal vom Eukalyptus ab.

Es sei denn, die Anthroposophen wollen die Rhino-Viren mit Digitalis umbringen. Aber dann hätten sie wohl etwas falsch verstanden.

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Auf dem  großen Holzpfad…

Nun, vergessen wir den naturwissenschaftlichen Ansatz.

Es ist ein hoffnungsloses Unterfangen,  dieser Plempe mit wissenschaftlicher Denke nahe zu kommen, denn nichts ist weiter entfernt vom versteinerten Glaube.

Suche nach Wissen ist doch der vom Großen Holzpfad der Steinerschen Pharmakologie wegführende erste Schritt !  Und auf dem müssen wir unbedingt bleiben, um „Ferrum phosphoricum comp.“ zu verstehen.

Anthroposophische Rotznasen haben die verdammte Pflicht und Schuldigkeit, die Naturwissenschaften auf dem Boulevard der extraordinären Erkenntnis zu meiden wie ein Häuflein Excrementum caninum; der große Rudi selbst bestand darauf.

Wer also das Zeug einwirft, muss, um überhaupt eine Wirkung zu verspüren, einen Besuch im Steinerschen Biotop des fortgeschrittenen Schwachsinns einplanen.

Dort (und nur dort) begegnet man einer Nebenwelt, die in der Kulturgeschichte der Menschheit ihresgleichen vergeblich sucht. Aber keine Angst, es hat trotzdem alles seine Ordnung. Nur eben eine andere.

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Road Map für Überdentellerrandschauende

Wie immer steht am Anfang eines der wichtigsten Zitate des Rudi S.:

„Die Tatsachen sind durch rein übersinnliche Beobachtungen gewonnen; und es muß sogar gesagt werden, dass der Geistesforscher am besten tut, wenn er sich alle Schlußfolgerungen aus seinen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen peinlich genau entäußert; denn durch solche Schlußfolgerungen wird ihm leicht der unbefangene innere Sinn der Geistesforschung in die Irre geführt.“

Deshalb, und das muss hier, jetzt, und an dieser Stelle einmal deutlich gesagt werden, kann das Mittel „Ferrum phosporicum comp.“  als eine dogmatische, und damit besonders deutsche  Arznei-Spezialität aus dem Dunstkreis einer durch das Sozialgesetzbuch  SGB V in skandalöser Weise gesetzlich legitimierten „Besonderen Therapierichtungen“  nur und ausschließlich mit anthroposophischer Weltenschau erklärt werden.

Das macht die Komposition zwar nicht heilsamer, auch nicht einfacher zu verstehen, aber ganz gewiss übersinnlich; denn darauf kommt´s schließlich an.

Und weil es hier um die ganz spezielle Magie der Kuhhornverbuddeler geht, ist die Aufmerksamkeit des Betrachters nicht auf zu vernachlässigende Ingredienzien wie Kraut und Zaunrüben zu richten, sondern auf´s „Ferrum phosphoricum“. Deswegen heißt das Zeug ja auch so, und nicht beipielsweise „Läusekraut comp.“ .

Aber diejenigen, die dem Unerklärlichen aufgeschlossen gegenüber stehen, haben das ja wahrscheinlich schon insgeheim geahnt: Eisen ist das Element – nach der Ansicht des großen Rudis dem Planeten Mars, der Brennessel sowie der Galle zugeordnet – das hier wirklich von Bedeutung ist.

Fällt nämlich ein Angehöriger der arische Rasse dem Siechtum mit Rotznase anheim, dann haben nicht zuletzt – oder vielleicht auch nur – die mit den sulfurischen Stoffen gar eng verbandelten, den Sommer beherrschenden ahrimanischen Mächte mal wieder zugeschlagen. Auch wenn der Schnupfen denn im Frühjahr kömmet.

Die verheerende Wirkung der ahrimanischen Mächte auf einzelne Aspekte des viergliedrigen Menschenleibs haben zu einem schwerwiegenden Verlust der Ausgewogenheit zwischen den aurischen Hüllen geführt, und jenes wiederum gebiert vielfältige Störungen; u.a. herbstlichen Infektion der Atemwege.

Wer also behauptet, der Schnupfen sei eine Folge des Kontakts mit ein paar Viren, der liegt, jedenfalls aus der Sicht der Anthroposophen, völlig daneben.  Die Nase trieft wegen  fehlendem Selbstbewußtsein, denn…

Zitat Rudi S.: „Aber wenn die Herbstes- und Winterereignisse herankommen, wenn die Michaelizeit kommt, dann muß der Mensch allerdings sensitiv miterleben das Welkende, Absterbende, sich Lähmende, Tötende, aber er muß nicht so wie dann, wenn die Hochsommerzeit herankommt, sich hingeben dem Naturbewußtsein. Er muß im Gegenteil sich gerade dem Selbstbewußtsein hingeben. Er muß in den Zeiten, wo die äußere Natur erstirbt, die Kraft des Selbstbewußtseins entgegenstellen dem Naturbewußtsein.“

Der zu erweckenden Kraft des Selbstbewußtseins steht nun aber Sulfur entgegen.

Diese Erkenntnis ist jetzt keine verpflichtende Allgemeinbildung, und deshalb muss man es im Grunde auch nicht wissen. Solcherlei erfährt man auch nur, wenn man sich von Herrn Steiners grauenhaftem Sprachduktus nicht abhalten lässt, doch die eine oder andere Zeile seines umfänglichen Werkes zu lesen.

Und dann, aber nur dann,  hilft einem der Rudi doch mächtig auf die Sprünge:

Zitat Rudi S.: „Und Sulfur, also Schwefel, der im Organismus nur wenig zur Salzbildung neigt, dämpft hingegen das Bewusstsein, in dem er die ätherische Tätigkeit anregt. Dadurch fördert er zwar auch den Schlaf, aber ohne zuvor das Bewusstsein zu befeuern.“

Das ist natürlich tragisch, und, mal unter uns Pfarrerstöchtern, wer wollte das schon wirklich ? Schlaf ohne befeuertes Bewusstsein ?   Zumal man auch noch einen Schnupfen hat !

Was jetzt, in dieser – fast schon ausweglos erscheinenden – Situation nur noch hilft, ist

a) der heilige Michael, denn:

Zitat Rudi S. „Als Heilmittel gegen die angstverbreitenden ahrimanischen Mächte wirken die Eisenkräfte im Blut, die sich makrokosmisch in den Meteoritenschwärmen zeigen, die Ende August herunterregnen. Das Eisenphantom des Blutes bewirkt eine Entängstigung. Die Imagination Michaels leuchtet auf, der mit der Kraft, die von seinem Herzen strömt, die Meteoritenschwärme zu eisernen Schwert zusammenschmilzt und damit den ahrimanischen Sulfur-Drachen besiegt.“

und b) neben dem Eisen, d.h. dem heiligen Michael, auch ein wenig Phosphor, weil:

Zitat Rudi S.: „Der Phosphor befreit den Astralleib und das Ich von den Fesseln des physischen Leibs und fördert dadurch den Schlaf. Das geschieht aber erst, nachdem er zuvor die bewusste Tätigkeit des Menschen angeregt hat. Der Phosphor hat nämlich im menschlichen Organismus, im Gegensatz zum Schwefel, eine starke Neigung zur Salzbildung als Phosphat. Die Salze bilden aber die Grundlage für das kristallklare Denken, auf das sich das Selbstbewusstsein gründet.“

Aber – trotz, oder besser, wegen aller Geistesforschung – Anthroposophen leben gefährlich:

Zitat Rudi S.: „Und wenn wir einfach zu viel Phosphor in uns haben, das heißt, zu feurige Speisen essen, dann werden wir ein furchtbarer Zappelfritz, der alles angreifen will, der immer wollen will. Dadurch, daß wir den Phosphor haben, ist der Wille da. Und wenn wir zu viel Phosphor haben, dann fängt dieser Wille an zu zappeln. Und wenn dann der Organismus so ist, daß er überhaupt durch seine ganze Zusammensetzung zu viel Phosphor in den Kopf hinaufschickt, dann fängt der Mensch nicht nur an zu zappeln, und wie man sagt, nervös – das hat nichts mit den Nerven, sondern mit dem Phosphor zu tun – herumzuzappeln in der Welt, sondern er fängt an zu toben und wird ein Verrückter, wird tobsüchtig. Wir müssen ein klein wenig Phosphor in uns haben, damit wir überhaupt wollen können. Aber wenn wir zu viel Phosphor machen in uns selber, dann werden wir verrückt.“

Und weil das zweifelsfrei so ist, setzt Weleda auch Ferrum phosporicum in D6 ein. Das ist insgesamt ziemlich wenig, etwa 0,00000001 g je Globuli-Döschen.  Aber ich denke, Weleda will sich ja nun nicht nachsagen lassen, Anthroposophen-Medizin  würden aus Rotznasen kreischende Irre machen.

Wem das alles, trotz meiner wirklich hervorragenden Erklärungen, dann doch ein wenig zu weit hergeholt erscheint, dem sei ins Ohr geflüstert: „Der ganz außerordentliche Rudi hat nur harte Fakten er- und vermittelt. Fakten, Fakten, Fakten…“

Deshalb, zum Schluß, der übliche Satz, mit dem der Herr Steiner sich selbst zur allein maßgeblichen  Referenz erklärt.

Zitat Rudi S.:„Nichts ist hier gesagt, was nicht sorgfältig mit den Mitteln der geistigen Wissenschaft geprüft ist.“

Da dem nichts mehr hinzu zufügen ist, beenden wir hier den dogmatischen Teil der Weleda-Spezialität.

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Na, und der Rest ?

Was die übrigen Inhaltsstoffe angeht: Meines Erachtens handelt es sich hierbei um den mittlerweile in der Alternativheilerei üblichen undogmatischen Synkretizismus.

Wie bei Miraculix. Wir schütten irgend etwas zusammen, und hoffen, dass es nicht explodiert.

Und weil man sich nie ganz sicher sein kann, nehmen wir davon so wenig, dass es allerhöchsten ein Streukügelchen zerlegt. Vielleicht auch das eine oder andere Virus; vor Lachen.

Wie dem auch sein; Bryonia & Co. sind jedem Homöopathiebeflissenen bekannt, mit Ferrum phosphoricum kann sogar die dumpfe Beschüsslerfraktion etwas anfangen, Blauer Eisenhut ist lateinisch geschrieben, da ist er dann nicht halb so giftig; und insgesamt ist´s letztlich egal, wenn nur die Intention des Heilers stimmt.

Hauptsache, es stehen ein paar D oder C mit einer Zahl dahinter auf der Packung. Dann ist´s nämlich gesunde Chemie.

Aber weil Weleda sich nicht nur mit mittelalterlicher Alchemie, Spagyrik und Aberglaube auskennt, sondern offenbar auch mit moderner Ökonomie, kann man das unvergleichliche Gesamtkunstwerk „Ferrum phosphoricum comp.“ wohl als Anbiederung an einen Kundenkreis ansehen, der, wahlweise, in Sachen Pharmazie aber auch völlig ahnungsfrei ist, oder eben schon länger den  Boden unter den Füßen verloren hat.

Diversifikation ist also auch bei esoterischen Dogmatikern angesagt.

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Magie statt Medizin ?

Übrigens kann man, nein, man muss davon ausgehen, dass sämtliche anthroposophischen Therapien und Arzneien ähnlich mystisch begründet sind, wie das hier diskutierte Rotznasen-Therapeutikum.

Nun ist die Zielsetzung des anthroposophischen Schamanismus auch nicht die in der Wissenschaftsmedizin übliche kausale Behandlungen einer erkannten Erkrankungsursache, oder, wenn ein kurative Therapie nicht möglich erscheint, die Linderung der Krankheitssymptome, sondern vielmehr die Wiederherstellung eines Gleichgewichtes der von Steiner postulierten “Äther-”, “Astral-” und “Ich-Leiber”, die den physischen Körper des Menschen in aurischen Hüllen angeblich umgeben. Es geht damit um die Korrektur von Ungleichgewichten im Zusammenhang mit der universellen, kosmischen Existenz des Menschen, was – zugegeben –  doch eine viel anspruchsvollere Aufgabe ist, als für das banale Abschwellen einiger Quadratzentimeter Schleimhäute zu sorgen.  

Zusammenfassend muss deshalb festgestellt werden, dass weder die Zuordnung der einzelnen Präparate und deren Inhaltsstoffe  zu bestimmten Störungen oder Erkrankungen rational nachvollziehbar und wissenschaftlich belegt ist, noch dass für die Verarbeitungsverfahren jemals eine verifizierende Untersuchung erfolgte, die allgemeinen wissenschaftlichen Ansprüchen genügte.                  

Wie beispielweise die Szenekritiker Prof. Klaus Dietrich Bock oder Prof. Martin Anlauf schreiben, hätten es die Anthroposophen “seit über sechzig Jahren nicht fertig gebracht, für eine einzige ihrer Arzneien einen den Kriterien der wissenschaftlichen Medizin genügenden Wirksamkeitsnachweis zu erbringen”.

Eine Tatsache, die nicht nur angesichts der Millionenumsätze, die z.B. mit den Mistelpräparaten “Iscador” (Weleda) oder “Iscucin” (Wala) im Rahmen onkologischer Behandlungen erzielt werden, durchaus skandalös erscheint.

Wer also anthroposophische Pharmazeutika wie “Ferrum phosporicum comp.” benutzt, muss sich darüber klar sein, das die Inhaltsstoffe dieses Medikaments keine Substanzen sind, die nach allgemeingültigen Vorstellungen zu Ätiologie und  Pathologie Wirkungen auf biochemische Strukturen des Organismus oder antibiotische Wirkung auf Mikroorganismen haben, sondern ausschließlich anthroposophisches Analogie-Denken reflektieren.

Mit naturwissenschaftlich begründeter Pharmakologie haben sie nichts zu tun.

Nachtrag März 2013:

Wie schon oben kurz angesprochen, gab es ein Relaunch von “Ferrum phosporicum comp.”. WELEDA hat sein „Grippemittel“ umbenannt, ein wenig modifiziert und mit einem Geschwisterchen versehen: Die beiden Nachfolger von “Ferrum phosporicum comp.” heißen nun “Infludoron  bzw. “Infludo.

“Infludoron”  ist ein direkter Klon auf Zuckerkügelchen-Basis, “Infludo”  dagegen ist die verweingeistigte Variante, enthält nämlich 65 % Äthanol.

Interessant ist dabei, dass sich die anthroposophischen Pharmazeuten bei “Infludo”  vom heiligen Michael – also der Eisenkomponente – verabschiedet, dafür aber dem heiligen Cyriak und dem ebenso heiligen Urban von Langres zuwendet haben. Die beiden Letztgenannten sind die Schutzheiligen der Winzer und damit wohl für die Heilwirkung von 65%tigem Sprit zuständig. Das ist allerding nur eine Hypothese des Verfassers.

Wie dem auch sei: Die ehemals so bedeutsame Ferrum-Komponente scheint durch den Sprit überflüssig zu werden, Phosphor hingegen – die Ingredienz für das befeuerte Bewusstsein –  bekommt deutlich mehr Bedeutung zugemessen.

Interessant ist ebenfalls, dass bei  “Infludoron”  genau das aber nicht geschieht.

WELEDA liefert dazu eine sehr bemüht klingende Erklärung, die darauf hinausläuft, dass bei “Infludoron”  durch die Verbindung Eisen (II)-phosphat der Phosphor ein wenig gebändigt sei, also nicht so stark befeuern würde, wie er sonst könnte, ließe man ihm nur seinen freien ungebändigten Lauf.

Daher sei “Infludoron”  für empfindliche Personen und kleine Kinder besser geeignet, und deshalb einzusetzen, wenn der Ahriman sein Erscheinen erst ankündigt. “Infludo”  dagegen ist die Powermedizin, wenn der Ahriman schon zugeschlagen hat.

Wer jetzt auf den Gedanken kommt, dass es WELEDA möglicherweise eher darum geht, anstatt einem, zwei unwirksame Medikamente zu verkaufen;  niemals würde ein alternativer Pharmaproduzent so dreist sein. Niemals! Nie nicht.


[1] Prof. Dr. med. Klaus-Dietrich Bock, Prof. f. Innere Medizin/Nieren-und Hochdruckkrankheiten. Emeritierung 1988.

Drei Monografien, 17 herausgegebene Bücher (u.a. „Wissenschaftliche und alternative Medizin“ 1993), 354 Originalarbeiten. Mitbegründer und Member of the Council der Int. Soc. of Hypertension (1966-1974).

[2] Prof. Dr. med. Manfred Anlauf, Habilitation über die Hämodynamik des Hypertonikers, seit 1982 Professor.

1989 bis 2004 Chefarzt für Innere Medizin, Schwerpunkte Nephrologie, Geriatrie, Rheumatologie im jetzigen Klinikum Bremerhaven

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4 Antworten zu Aus Rudis Hausapotheke: Ferrum phosphoricum comp.

  1. Andreas Lichte schreibt:

    Hallo „excanwahn“,

    auf dem anthroposophischen blog „egoisten“ von Michael Eggert gibt es anthroposophische Real-Satire zum Thema, siehe:

    http://www.egoisten.de/files/neurodoron.html

    „Neurodings

    19. Apr. 2010 19:37 Uhr
    Abgelegt in: Gesundheit & Medizin

    In einer Beilage der FAZ („Wohlsein“, 11.4.2010) fiel mir eine Anzeige von Weleda ins Auge. Es handelt sich um das Medikament „Neurodoron“. Die Werbung verspricht „natürliche Hilfe bei Stress und Erschöpfung“- ein wahres Wundermittel also für ungefähr die Hälfte der Bevölkerung: „Die Komposition natürlicher Substanzen in Neurodoron, wie z.B. Bergkristall und Gold, stärkt das Nervensystem und regeneriert bei Erschöpfung, das Ganze natürlich „gemäß der anthroposophischen Menschen- und Naturerkenntnis“. Versprochen wird „Harmonisierung und Stabilisierung des Wesensgliedergefüges bei nervöser Erschöpfung und Stoffwechselschwäche, z.B. Nervosität, Angst- und Unruhezustände, depressive Verstimmung, niedriger Blutdruck, Rekonvaleszenz, Kopfschmerzen. Enthält Lactose und Weizenstärke.“ (…)

    Was kommt danach?

    Man regt sich nicht etwa darüber auf, dass dieses Mittelchen der reine Hokus-Pokus ist, nein, der Aufreger ist die „Lactose“ … Mensch, die ist ja für manche Anwender unverträglich! Skandal! Wie konnte Weleda solch einen Fehler machen?!

    selber lesen, vor allem die Kommentare. Nur mal ein Beispiel:

    „Das „Rezept“ für das Kephalodoron, nicht jetzt gerade für das Neorodoron, beide Mittel sind sicher verwandt, oder?, gibt Steiner im Vortragszyklus „Die Kunst des Heilens vom Gesichtspunkte der GW“ GA 630; 24. Juli 1924. Dort ist beschrieben, daß der Quarz auf besondere Weise verarbeitet werden muß, zusammen mit dem Eisen, um den Stoffwechsel zu harmonisieren. Ich glaub ja, daß ich das spüre, wie nach körperlicher Anstrengung und/oder Wetterwechsel mein Stoffwechsel „kräftiger“ wird, und hin zum „Haupte“ ausgreift.. Es gibt bei Steiner anderswo noch den Hinweis, daß der Honig (ist ja auch reichlich Zucker drinne!) durch den Quarz vom Älteren Menschen so aufgenommen werden täte, wie den Honig sonst nur Kleinkinder verwerten können („Sechseck-Kraft“, „Schneeflockenkraft“), irgendwie aufbauend eben.“

  2. Pingback: Links und Videos der Woche (2010/16) :: cimddwc

  3. Sven schreibt:

    Schöner Artikel!

    Noch ein Zusatz-Kommentar zum Steiner-Zitat „Und wenn wir einfach zu viel Phosphor in uns haben, das heißt, zu feurige Speisen essen, dann werden wir ein furchtbarer Zappelfritz, der alles angreifen will, der immer wollen will.“:

    Der menschliche Körper enthält ca. 700 g Phosphor (vor allem im Apatit der Knochen). Gut, dass dem pro Döschen nur 0,00000001 g hinzugefügt wird – sonst würde man ja sofort zum Zappelfritz!😀

  4. Den Celly schreibt:

    Auch ich bin ziemlich skeptisch über diese hochverdünnten „Placebos“. Doch wenn wir schon Kritik an diesen – sagen wir einfach mal „nichtwirksamen“ – Mittelchen ausüben, sollten wir nicht die andere Seite der „wirksamen“ Mittelchen der Pharmaindustrie nicht ebenfalls ins Visier nehmen?

    Wie viele Menschen sterben allein in Deutschland an den Nebenwirkungen – „unerwünschten Wirkungen“ laut Pharmasprache? In den USA steht der Tod durch Medikamente an 4. Stelle der Todesursachen. Aktuelle Schätzungen eines Gesundheitsforschers beziffern in Deutschland bis zu 25.000 Menschen pro Jahr durch Medikamente (Neben-/Wechselwirkungen)! Da sind 4.000 Verkehrstote pro Jahr nahezu harmlos. Doch tut der Vater Staat alles und mit möglichst viel Radarfallen dafür um diese Zahl zu senken. Was wird gegen die 25.000 durch Neben-/Wechselwirkung von „wirksamen“ Medikamenten getan? So gut wie nichts!

    Sind die „nichtwirksamen“ Mittelchen dagegen dann nicht geradezu Wunderheiler? Keine Wirkung = keine Nebenwirkung oder Wechselwirkung! Die Erkältung und die Wehwehchen gehen schon mit der Zeit weg. Da sage ich, lasst doch die Menschen lieber was unwirksames nehmen und sich besser fühlen als „wirksame“ Mittelchen der Pharmaindustrie zu nehmen und mit weiteren Krankheiten zum Teil zugrunde zu gehen!

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