DZVhÄ-Blog-Watch: Kösters Physikstunde

Ich habe ihm geschrieben, dem Curt Kösters; und er hat geantwortet.

Sehr geehrter Anonymus, (Kösters hat sich verschrieben, er meint: „Sehr geehrter Excanwahn“)

Wenn Sie der Auffassung sind, „dass die Informationsspeicherfähigkeit des Wassers eine ausschließlich unter Esoterikern gepflegte Legende ist“, darf ich Sie höflichst darauf hinweisen, dass die Kernspintomographie darauf beruht, dass der Spin von Wasserstoffatomen kurzzeitig gleichgerichtet wird und dann Relaxationszeiten gemessen werden. Mithin wird in dem Wasser – wenn auch nur kurzzeitig – eine Information gespeichert.

Gut, der Anlass für diesen Schriftwechsel war nicht die Diskussion über die technischen Prozesse eines bildgebenden Verfahrens, sondern, ob es nicht mittlerweile selbst bei Kösters angekommen sein sollte, wie außerordentlich fragwürdig das Wassergedächtnis ist. Vor allem das, welches bei Globulis ein MHD von 5 Jahren garantieren soll…

Außerdem ist mir neu, dass Hochpotenzen unter dem Einfluss extremer Magnetfelder hergestellt werden, was ja möglicherweise die Analogie rechtfertigen würde.

Aber weiteres Nachdenken lohnt auch nicht:

Das belegt natürlich noch keine langfristige Speicherfähigkeit von Wasser und auch noch nicht, dass diese Informationen dann spezifisch abgelesen werden können. – Ich hatte das allerdings auch ausdrücklich als Hypothese gekennzeichnet.

Es ist doch immer wieder schön, wie traditionsbewusst Homöopathen an Hypothesen festhalten, die schon vor Jahrzehnten als wissenschaftlicher Betrug (oder Selbsttäuschung) identifiziert wurden. Aber dafür gibt es eine unschlagbare Begründung:

Wie bereits erwähnt: Wir sind Mediziner und nicht Physiker.

Genau, und deshalb ist es hier mal wieder an der Zeit, eines der wesentlichen  Zitate unserer jüngeren Kulturgeschichte zu rezitieren:

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu DZVhÄ-Blog-Watch: Kösters Physikstunde

  1. Joerg schreibt:

    Soso, alle Spins gleich ausrichten ist also „Information speichern“. Dem Herrn Kösters sollte wohl mal jemand Information auf seiner Festplatte speichern – alle Bits auf 0…

  2. CAS schreibt:

    Bei der MRT wird keine Information im Wasser Gespeichert, auch nicht kurzzeitig. Es wird auch keine Information aus Wasser ausgelesen.
    Kernspinresonanz funktioniert außerdem auch mit anderen Protonen außer Wasserstoff.
    Der Kernspin der H-Protonen bleibt gleich daran ändert sich nichts. Lediglich die Achse des Kernspins bzw. das aus dem Kernspin resultierende magn. Moment richtet sich nach Anlegen eines äußeren Magnetfeldes mit hohem magn. Fluss entlang der Feldlinien aus und zwar parallel und antiparallel, wobei sich diese Momente damit in der Summe aufheben.
    Es überwiegen jedoch einige wenige H-Protonen, die sich parallel zu den Feldlinien ausrichten, so dass der Summenvektor der magn. Momente letztlich parallel zu den Feldlinien ausgerichtet ist.
    Die Spinachsen der H-Protonen taumeln wie ein instabiler Kreisel um die Feldlinien des äußeren Magnetfeldes (Präzession). Dieses Taumeln erfolgt mit einer Frequenz, die dem äußeren Magnetfeld proportional – je größer um so schneller.
    Über ein Radiofrequenzsignal (HF-Puls) das quer zum äußeren (Haupt-)Magnetfeld eingestrahlt wird und die gleiche Frequenz hat, wie die präzedierenden Spinachsen (Resonanzfrequenz), lassen sich die Spinachsen quer zum Hauptfeld kippen und phasengleich ausrichten.
    Dieser Zustand hält nur kurz an. Die Phasengleichheit der Spinachsen geht verloren (Spin-Spin-Relaxation, T2-Zeit) und die Spinachsen richten sich wieder auf (Spin-Gitter-Relaxation, T1-Zeit).
    Die Relaxationszeiten (T1 und T2) sind Materialkonstanten d.h. sie sind Gewebespezifisch. Die Signalintensität hängt von der H-Protonendichte des Gewebes, der Magnetfeldstärke und der T1/T2-Zeit ab.
    Schichtweise/Volumenelementweise wird das Untersuchungsobjekt angeregt und die Antwort empfangen.
    Eine Informationsspeicherung findet höchstens auf dem Rechner für die Bildberechnung statt.
    Zwischengespeichert werden muss nichts, die Gewebestrukturen bleiben durch eine MRT-Untersuchung unverändert, so dass im Körper nichts „zwischen“ oder sonstwie gespeichert wird – wenn man von der durch den RF-Impuls deponierten Wärme absieht.
    Wichtig sind Teilchen/Protonen, die einen Kernspin besitzen, Wasser benötigt es dazu nicht.

    Das ist natürlich alles stark vereinfacht und die Ortskodierung z.B. ist völlig außer Acht gelassen.

    Zusammengefasst und ganz stark vereinfacht: bei der MRT wird ein Radiofrequenzsignal in den Körper eingestrahlt und das „Echo“ des Signals (Gewebeantwort) Empfangen und aus diesem das Bild errechnet.

    Beste Grüße
    CAS

  3. bubi91 schreibt:

    „Joerg

    Dem Herrn Kösters sollte wohl mal jemand Information auf seiner Festplatte speichern – alle Bits auf 0…“

    Wieso? Ist doch schon.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s