Wenn homöopathische Ärzte Skeptiker korrigieren…

…ist Panhas am Schwenkmast, wird´s endlich wieder Sommer, haben wir was zu lachen, staunt der Laie und der Fachmann wundert sich, sieht´s finster aus am Ende des langen dunklen Tunnels, gibt´s Himbeereis zum Frühstück und Rock´n Roll im Fahrstuhl, kreißt der Berg und gebiert eine Maus, stürzt der Himmel ein und sterben alle Vögel, kotzen Pferde vor der Apotheke oder das Wetter ändert sich, oder ´s bleibt wie´s ist!

Suchen Sie sich was aus, geschätzter Leser. Irgendetwas wird möglicherweise stimmen.

Ganz sicher stimmt aber:

…gibt´s Gründe genug für eine Korrektur der Korrektur.

Sogar so viele, dass ich beschlossen habe, daraus eine kleine Artikel-Serie zu machen.

Allein der Titel macht mir noch zu schaffen. „Der homöopathische Korrektor: Solist im Chor der Blöden!“, gefällt mir zwar, ist aber ein wenig sperrig, „Voll daneben!“ oder „Glatt vorbei!“ klingt mir zu sehr nach Fußball.

Nun, warten wir es ab, welche Ideen sich noch melden, und wichtiger ist ja auch die Korrektur der Korrektur (Klick). 

b

Korrektor korrigieren – Teil 1

DZVHÄ,

leider ist nicht ganz klar, wer von Euch Brüdern und Schwestern vom Orden der informierten Zuckerkugel den Rotstift geschwungen hat. Trapp? Bendig? Kösters? Oder gar die Chefin selbst?

Egal wer´s war – ich versteh´Euch.

Da besitzt die GWUP die Frechheit, mit nur einem einzigen überschaubaren Blättchen Euren sorgsam konstruierten Wahn Ideen zu zerlegen, die doch Abertausende von Repertorien-Seiten füllen. 

Mit nur einem Blättchen! Diese ganzen schönen Vorstellungen, die die Eurigen regelmäßig bis ins Mark hinein (Klickerschüttern…

Das geht so nicht, da musstet Ihr handeln.

Hatte doch die GWUP geschrieben:

Verdünnen,  bis nichts mehr da ist

Das „Potenzieren“ geht so: Eine Substanz wird im Verhältnis 1:10 mit einem Wasser Alkohol Gemisch verdünnt. Das nennt sich D1.

Im nächsten Schritt wird wieder 1:10 verdünnt, dann noch einmal und noch einmal und so fort. Üblich sind auch Verdünnungsschritte im Verhältnis 1:100 – C genannt. (…)

Falsch!  Alles falsch – oder wenigstens unvollständig. Oder oberflächlich. Oberflächlich aber auf jeden Fall.  Und soviel fehlerhafte Oberflächlichkeit kann man als DZVHÄ auf keinen Fall stehen lassen. Da bedarf es knochenharter Korrektur:

Das Potenzieren „geht“ doch ein bisschen anders; z.B. gibt es noch Arbeitsschritte wie Verreiben und Verschütteln.

Holla, DZVHÄ, was für eine geharnischte Zurechtweisung. Das ändert nun natürlich alles.

Aber wo Ihr recht habt, da habt Ihr recht, Ihr homöopathischen Ärzte.

Es geht ja auch nicht, dass das Publikum meint, man könne beispielweise gefrorenes Regenwasser (Klick) einfach so in ein Wasser-Alkohol-Gemisch werfen. Das muss selbstverständlich erst mit Milchzucker verrieben werden. Sonst wirken sie nicht, die Globuli „Glacies trita“.

Leider, geschätzte homöopathischen Korrektoren, muss ich an dieser Stelle etwas bemängeln. (Das müsst Ihr verstehen, denn der Beitrag hätte sonst keinen Sinn.)

Ihr habt nämlich dummerweise vergessen, neben Verreiben und Verschütteln noch ein paar weitere Rituale zu erwähnen, die mit dem Potenzieren einhergehen, beispielweise das so wichtige – ähem – informationelle „Sättigen des Milchzuckers“ (was angeblich ja auch mit Alkohol klappt).

Mädels, Jungs, ich versteh´ gar nicht, wie das hat passieren können? Dass das zu erwähnen, Euch einfach so durch die Lappen gegangen ist…

Wie sollen denn die Leute jetzt begreifen, wie solche ächten Arzneyen, wie beispielweise Magnetis poli ambo (1), Electricitas (2), Luna (3) oder Sol (4), hergestellt werden können? Indische Klangschale (5) hätte ich jetzt fast vergessen. Fast.

Wie, homöopathische Ärzte, sollen die Leute Eure Kunst verstehen, die sich hinter solchen Mitteln versteckt? So etwas muss man doch erklären! Das begreift doch sonst keiner, da versagt doch die normale Denke schon im Ansatz – und das kann man ja auch verstehen.

Nehmt doch einfach mal Vakuum: Selbst ein eingefleischter Globulist hat doch Schwierigkeiten damit, sich vorzustellen, wie so ein kleines unschuldiges Vakuum mit Milchzucker verrieben oder in Alkohol aufgelöst wird; abgesehen davon, dass es auch nicht nett wäre, mit einem Vakuum so umzugehen.

Da muss man, schon allein aus moralischen Gründen, doch erklären, dass dem Vakuum nichts geschieht, wenn man einzig und allein dessen Schwingungen auf den Milchzucker überträgt, bis dieser so richtig, richtig satt ist, bevor man den mit der Prozedur beauftragten Laboranten zurück in seine therapeutische Wohngruppe bringt.

Deshalb, werte homöopathische Korrektoren, ich bitt´ Euch inständig: Berichtigt die Korrektur und nutzt die Gelegenheit, mal kurz zu erklären…

  • wie lange es dauert, um Milchzucker z.B. mit Vakuum zu sättigen;
  • woran man erkennt, dass der Milchzucker satt ist;
  • wie man beispielweise den mit Vakuum gesättigten von mit Sonnen- oder Mondlicht gesättigtem Milchzucker unterscheiden kann;
  • wie sich – ganz grundsätzlich – der Milchzucker überhaupt daran erinnert, dass er mit allem möglichen Gedöns gesättigt wurde.

Und, hey,  wenn Ihr schon gerade dabei seit, zu beschreiben, nach welchen Prinzipien das Milchzuckergedächtnis funktioniert, dann macht das gleiche doch auch für das Alkoholgedächtnis, mit dem sich dieser an das Geläut der Klangschale erinnert.

Beim Wassergedächtnis hat das doch auch hervorragend geklappt, nicht wahr? 

Übrigens, seit dem Zeitpunkt, an dem das Wassergedächtnis voll umfänglich in den kollektiven Schatz unseres naturwissenschaftlichen Wissens integriert wurde, habe ich einen Entpotenzierer in die Zuleitung meines Hauswasserkreislaufes eingebaut. Das ist ziemlich sinnvoll, wenn man nicht ständig die ganzen ächten Arzneyen prüfen will, die so im Wasser herummäandern. Aber das nur Rande.  

Also, DZVHÄ, ran an die Arbeit! Die Antwort könnt Ihr bei mir auch annonym abliefern. Mir geht´s mehr um den Inhalt, weniger um die Eminenz. 

Gesättigte Grüße

Euer Exi

 

_____________________________________________

Endnoten:

(1) Nach H.C. Allen werden Potenzen von Magnetis durch Verreiben von Milchzucker hergestellt, der bis zur Sättigung einem Magnetfeld ausgesetzt worden war. 

(Lesen Sie, geschätzer Leser, noch ein weiteres Mal den Halbsatz: …der bis zur Sättigung einem Magnetfeld ausgesetzt war. Denken Sie an den Satz, wenn Sie mal wieder eine Diskussion verfolgen, bei der Homöopathen darüber spekulieren, ob nicht vielleicht doch die Reste der sogutwiewegverdünnter Ursubstanz für die Mittelwirkung zuständig sind.)

(2) Potenzen von Electricitas (Elec) werden aus potenzierter, mit elektrischem Strom gesättigter Lactose hergestellt. 

(Lesen Sie, geschätzer Leser, auch diese Anweisung noch ein weiteres Mal: …werden aus potenzierter, mit elektrischem Strom gesättigter Lactose hergestellt. Denken Sie auch an diesen Satz, wenn Sie mal wieder eine Diskussion verfolgen, bei der Homöopathen darüber spekulieren, ob nicht vielleicht doch die Reste der sogutwiewegverdünnter Ursubstanz für die Mittelwirkung zuständig sind.)

(3) Glaubt man Fincke, wird Luna, also Globuli von den (räusper) Strahlen des Mondes folgendermaßen produziert:  „Milchzucker wird auf einem Glasteller den Strahlen des Mondes ausgesetzt und dabei mit einem Glasstab umgerührt. Der so beladene Milchzucker wird in üblicher Weise dynamisiert.

(4) Bei der Herstellung von Sol geht man genau so vor, jedoch sind es hier die Strahlen der Sonne – im Gegensatz zu den (räusper) „Strahlen“ unseres Erdtrabanten.  

(5) Dank an Remedia für diese Information: „Indische Klangschale: wurde mit 43% Ethanol 200ml befüllt und in intensive Schwingungen versetzt. Nach 5 maligem Anschwingen wurde der Alkohol entnommen und nach HV 5a weiterpotenziert“

Haach! Pharmazie kann so einfach sein. So unglaublich einfach. 

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