Homöopathie: Tricky Mathie – Betrug oder Daten-Kosmetik?

Es sind insgesamt schlechte Zeiten für die klassische Homöopathie: Die Datenlage ist grottig, die Phantasten, Clowns und Spinner der spekulativen Homöopathie haben längst die Deutungshoheit über Hahnemanns Erbe übernommen, und über Wasser hält man sich derzeit nur noch durch den Erfolg der jahrelangen Publikumsverblödung ( Klick ) – was wohl auch für Homöopathen auf Dauer unbefriedigend ist.

Da kommt passend zur Jahreszeit, quasi unter der Tanne im Geschenkkarton serviert,  eine neue Metaanalyse gerade recht: Mathie et al heißt wohlmöglich das zukünftige Mantra der homöopathischen Sehnsüchte.  

Robert Mathie, Physiologe in den Diensten der British Homeopathic Association, hat sich an die Arbeit gemacht und eine Analyse abgeliefert, die die aktuellen Datenlage bezüglich der Hypothese überprüft: „Die individuell verordnete Homöopathie ist besser als Placebo“. Dabei kommt er – wen wundert es – zu einem bei einem Homöopathen nicht gänzlich unerwarteten Ergebnis:

Yepp, Homöopathie ist besser!  Nur ein wenig besser, als Placebo-Pillen, aber besser! Yeah! Statistisch signifikant! Go, Globuli, Go!

Michael Teut, der bei Claudia Witt gelernt hat, wie man Studien homöopathiegerecht gestaltet und selbst Fragwürdiges als der Weisheit letzten Schluss verkündet, vermeldete postwendend die Frohbotschaft auf seinem Blog ( Klick ), und die ehemals designierte akademische Leiterin der Seifenblase „Homöo-Akademie Traunstein“, die Heilpraktikerin Anja Wilhelm ( Klick ), tut´s ihm schon nach.

Wir Skeptiker haben uns also geirrt: Homöopathie wirkt. Ein wenig, aber nicht wegzudiskutieren. Asche auf unser Haupt! Kniefall vor Hahnemanns Erben…

Quatsch, Bullshit!

„Erfolgreiche“ homöopathische Studien hangeln sich üblicherweise am Rande der Signifikanz entlang, und sind dabei in hohem Maße von der Größenordnung der zu findenden systemischen Mängeln im jeweiligen Studiendesign, vor allem aber von der statistischen Eigenheiten des untersuchten Sachverhalts abhängig – und in Einzelfällen führt das dann zu angeblicher Signifikanz (siehe die Studien von J. Jacobs). Weiterhin sind sie entweder statistische Artefakte, also banale nicht reproduzierbare Zufallsergebnisse, mehr oder weniger geschickte Datenmanipulationen, oder, auch das zeigt die Metaanalyse, einfach nur methodisch schlecht, d.h. Datenmüll.

Die manchmal nicht ganz einfache Aufgabe besteht nur darin, nach Fehlern – im Studiendesign, in der Datenauswertung , in der Interpretation (oder in allem gleichzeitig) zu suchen, oder, im schlimmsten Fall, bewusste Datenmanipulation nachzuweisen – keinesfalls aber einen Gang nach Canossa anzutreten, um Buße für den Unglauben an die Macht des wegverdünnten Wirkstoffs zu leisten. Dass nämlich die Fehler da sind, daran besteht kein Zweifel – denn bisher hat jede erfolgreiche homöopathische Studie sich als irgendeiner Art fehlerhaft erwiesen.

Schauen wir deshalb ein wenig genauer nach, wie es Mathie es geschafft hat, zu seinem erstaunlichen Ergebnis zu kommen.

b

Die Metaanalyse

A) Zu den Studien:

Mathie hat, so wie ich es verstanden habe, nach einem bisher nicht angewendeten Protokoll, basierend auf WHO-Klassifikationen, aus einer Riesenauswahl homöopathischer Explorationen letztlich 32 Studien ausgewählt, von den 22 in die Metaanalyse aufgenommen wurden, 10 Studien wurden ausgeschlossen.

Der Ein- bzw. der Ausschluss von Studien erfolgte nach einem innovativen Katalog von Kriterien, der Spreu von Weizen trennen sollte, was in diesem Fall heißt, solche Studien auszuschließen, bei denen, nach Anwendung der Kriterien, ein sehr hohes Maß an Verzerrung bezüglich der jeweiligen Studienergebnisse angenommen werden muss.

Kurze Anmerkung: Bei den ausgeschlossenen Studien finden wir beispielsweise die legendäre Kopfschmerz-Studie von Harald Walach, die immer noch als eine der methodisch besten homöopathischen Studien gilt, und deren Ergebnis verheerend für die Homöopathie war. Merken Sie sich, werter Leser, mal diesen Hinweis. Bei den eingeschlossenen Studien hingegen finden wir solche Exemplare, die man, weil sie nicht nur an einer Stelle als Bullshit identifiziert wurden, allerhöchstens mit spitzen Fingern in den Müll befördern sollte.

Alle Studien wurden also mittels eines Systems bewertet, dass zuerst einmal als Ergebnis zeigte, dass für jede Studie ein mehr oder minder großes Risiko für Verzerrungen anzunehmen ist.

Der Autor zu der Einschluss- /Ausschluss-Tabelle:

“No trial was ‘A’-rated (low risk of bias overall) — i.e. none fulfilled the criteria for all seven domains of assessment. Table 3(a) therefore includes a list of 12 trials that were classed uncertain risk of bias (‘B’-rated) and 10 that were classed high risk of bias (‘C’-rated). Table 3(a) also shows the three ‘B1’-rated trials that satisfied our criteria for reliable evidence. All other trials had unclear or high risk of bias in important methodological aspects and may be regarded as non-reliable evidence.”

Das hört sich, ohne jetzt detailliert auf die Studien einzugehen, sagen wir mal, nicht gut an. Eher schlecht. Oder besser noch: katastrophal.

Nur, die Einschätzung ist schlicht falsch – aber dazu mehr an anderer Stelle.

 

Das obere Ende…

3 (in Zahlen und in Worten) Studien von den 32 ursprünglich gesichteten, erfüllten - nach Auffassung des Autors – dann aber doch die Kriterien für zuverlässige Beweise, und zwar:

  • Jennifer Jacobs / Durchfallerkrankungen bei Kindern 1994
  • Jennifer Jacobs / Mittelohrentzündungen bei Kindern 2001
  • Iris Bell / Fibromyalgie 2004

Diejenigen, die sich mit der Studienlage der Homöopathie intensiver beschäftigen, werden hier schon zusammenzucken. Nicht nur wegen dieser Studien, sondern vor allem wegen der Fragen, die sich angesichts dieser Auswahl hinsichtlich des Protokolls stellen, das ausgerechnet zu dieser Auswahl geführt hat.

Im Hinblick darauf erscheint es sinnvoll, sich kurz mit diesen Studien zu beschäftigen und dabei zu schauen, welche anderen Bewertung diese Studien in den vergangenen Jahren erhalten haben.

  • Jennifer Jacobs: Durchfallerkrankungen bei Kindern / Nicaragua, 1994

Ausgerechnet die Jacobs, höre ich schon den einen oder anderen stöhnen – und das nicht zu Unrecht: Die 20 Jahre alte Studie von Jennifer Jacobs gilt, dazu reicht ein Blick in das Datenmaterial, nicht nur berechtigterweise als ein Paradebeispiel für tendenziöse Dateninterpretation – natürlich nur in der Normalwelt, nicht in Homöopathien – sondern ist auch klassisches Cherry-Picking.       

Zwischen 1993 und 2006 publizierte Jacobs vier Arbeiten. Je zwei wurden in der medizinischen Fachpresse und in Altmed-Publikationen veröffentlicht. Das letzte der vier Papiere war dabei eine Metanalyse der ersten drei.

Vor allem die Arbeit aus 1994 wird heute immer noch von Homöopathen als Nachweis für das Funktionieren der Homöopathie angesehen, was doch erstaunt – und das aus mehreren Gründen:

Zum einen hatte der Vorläufer dieser Studie aus 1993 keine Überlegenheit der homöopathischen Mittel über Placebo gezeigt, und auch eine weitere Studie aus 2006 in Honduras endete mit negativem Ergebnis, so dass schon allein deshalb dringend zu überlegen ist, ob die Daten aus der 1994 veröffentlichten Studie in Nicaragua nicht reine Zufallsbefunde sind, oder aus ganz anderen Gründen, beispielweise wegen einer ungünstigeren Zusammensetzung der Placebo-Gruppe, den leichten Unterschied zwischen Verum- und Placebo-Gruppe erzeugten, der von Jacobs als Überlegenheit der homöopathischen Intervention gegenüber Placebo verkauft wird.    

Was jedoch viel bedeutsamer ist: Beide Gruppen, also Verum- und Placebogruppe zeigen einen fast parallelen Verlauf hinsichtlich der Verbesserung der Symptomatik, wobei im Verlauf der Erkrankung die Placebogruppe sogar eine stärke Symptomreduzierung über die Zeit erzeugte.

Der Unterschied zwischen den Datenreihen, der zur Signifikanz führte, lässt sich deshalb nicht mit der angeblichen Wirkung homöopathischer Arzneien erklären, sondern muss zu Fragen führen, welche anderen Faktoren ggf. zu den geringfügigen Unterschieden geführt haben, z.B. welche Rolle die schon oben angesprochene unterschiedlichen Zusammensetzung von Verum- und Placebogruppe spielt.

Allein diese Tatsache – die Inhomogenität der Gruppen – würde anhand des Kurvenverlaufs die Annahme rechtfertigen, dass es bei einer identischen Zusammensetzung der Gruppen zu einer parallelen Entwicklung der Werte kommen würde, damit die geringfügigen Unterschiede nicht mehr vorhanden wären – und natürlich auch die bemühte Signifikanz.

Wie man sich unter diesen Bedingungen zur Feststellung versteigen kann

“The statistically significant decrease in the duration of diarrhea in the treatment group suggests that homeopathic treatment might be useful in acute childhood diarrhea.”

ist nicht nur mir schleierhaft.

 Kurze Anmerkung: Genauso erscheint die generelle Schlussfolgerung von Frau Jacobs gewagt, dass Homöopathie ein probates Mittel gegen die „Geißel“ Durchfallerkrankungen sei – in allen Studien wurden nur leichte, also unproblematische und üblicherweise selbstlimitierende Erkrankungsfälle behandelt. Ob sich Jacobs mal darüber Gedanken gemacht hat, welche Folgen es für die Kinder haben könnte, wenn Eltern ihren Therapieempfehlungen auch dann folgen, wenn es sich mal nicht um eher harmlose Erkrankungsfälle handelt?    

Doch zurück zu den Daten: Unter Beachtung der gesamten Studienergebnisse und der Metaanalyse ergibt sich eine sehr geringe statistische Aussagekraft. Warum ausgerechnet diese Studie mit dem Attribut „zuverlässiger Beweis“ versehen wurde, weiß wohl nur Mathie selber.        

 

  •  Jennifer Jacobs: Mittelohrentzündung bei Kindern / 2001

 Kommen wir zu einer weiteren Studie der gleichen Autorin, die von Mathies ebenfalls als zuverlässiger Beweis gewertet wurde.  

Im Abstract der Studie ist zu lesen:

Es gab weniger Behandlungsversagen in der Gruppe mit der Homöopathie nach 5 Tagen, 2 Wochen und 6 Wochen mit Unterschieden von 11,4, 18,4 und 19,9%, wobei aber diese Unterschiede statistisch nicht signifikant waren. Tagebuch-Scores zeigten eine signifikante Abnahme der Symptome bei 24 und 64 Stunden nach der Behandlung zugunsten der Homöopathie (P <0,05).

Diese Ergebnisse legen nahe, dass eine positive Wirkung der Behandlung der Homöopathie zu einer Placebobehandlung bei akuter Mittelohrentzündung im Vergleich nicht ausgeschlossen werden kann, und dass eine größere Studie ist gerechtfertigt.

Es ist ja schon erstaunlich, dass in den Kreisen bestimmter Wissenschaftler die Aussage „kann nicht ausgeschlossen werden“ offenbar ein Synonym für „zuverlässiger Beweis“ ist.

Aber nehmen wir das erst einmal so hin, und fragen, was Frau Jacobs wirklich mit ihrem Abstract aussagt?

Die Antwort ist ganz einfach: Wenn es Unterschiede zwischen der Verum- und der Placebo-Gruppe gab, die statistisch nicht signifikant waren, dann handelt es sich um sehr geringe Unterschiede, und es spricht sehr viel (um nicht zu sagen alles) dafür, dass wir es hier mit statistischem Rauschen zu tun haben. Wir können demnach, auch ohne die konkreten Kurvenverläufe der beiden Gruppen gesehen zu haben, davon ausgehen, dass diese nahezu identisch, mit gewissen natürlichen Schwankungen zu bestimmten Zeitpunkten verliefen. Das wiederum bedeutet, dass keine Überlegenheit der homöopathischen Arzneimittel über Placebo nachzuweisen war.

Geht man – aus wissenschaftlicher Sicht – davon aus, dass bei homöopathischen Studien, bei denen Hochpotenzen zum Einsatz kommen, ohenhin nur Placebo mit Placebo verglichen wird, so ist das Ergebnis auch nicht weiter erstaunlich, im Gegenteil, es entspricht den allgemeinen Erwartungen –  allerdings nicht denen der Autorin.

Insoweit deuten die in der Studie genannten zwei Terminen 24 Std. und 64 Std. (wieso ausgerechnet 64 Std.?), bei denen die Werte eine Überlegenheit der homöopathischen Behandlung nachlegen, darauf hin, dass Frau Jacobs sich passende Werte aus den Schwankungen zusammengesucht hat, um diese als Erfolg der Homöopathie zu präsentieren. Für solche Datenselektion hat Frau Jacobs offenbar ein gutes Händchen.

Insgesamt erscheint es jedoch berechtigt, diese Studie als eine weitere schallende Ohrfeige für die Homöopathie anzusehen. Um einen nachvollziehbaren Grund zu nennen, warum auch diese Studie das Attribut „zuverlässiger Beweis“ erhalten hat, da muss der Herr Mathie sich bei einer Erklärung wirklich ins Zeug legen.  

  •  Iris Bell: Fibromylagie / 2004

Kommen wir nun zum dritten „zuverlässigen Beweis“, dem ich aber eine kleine Geschichte voran stellen will:

Vor einigen Jahren konstruierte der Amerikanische Arzt Paul St. Amand das “Guaifenesin-Protokoll, eine Behandlung der Fibromyalgie mit dem Hustenlöser Guaifenesin.

Nach Amands Annahme wird die Fibromyalgie durch bestimmte Stoffwechselprozesse verursacht, bei denen der Phosphatstoffwechsel gestört ist.
Er behauptete, durch Guaifenesin eine deutliche Linderung der Fibromyalgie-Symptome zu erreichen, und sammelte eine erhebliche Zahl von Erkrankten um sich, die seinem Protokoll folgten (und es bis auf´s Blut gegen Kritik verteidigten).

Guaifenesin ist ein Mukolytikum, ein Medikament, das zur Schleimlösung bei Erkrankungen der Atemwege eingesetzt wird. Außerdem ist Guaifenesin ein Muskelrelaxans und wirkt leicht sedierend.
Das Präparat wird in den USA in solcher Weise, in Europa aber vornehmlich – im Bereich der alternativen Heilverfahren – als Therapeutikum bei Fibromyalgie vermarktet.
Für den letzten Anwendungsbereich ist ausschließlich die Theorie von Dr. Amand verantwortlich zu machen.

Üblicherweise ist es zum Schutz des Patienten so, dass eine Therapie ihre Validität belegen muss, und die in der Therapie verwendeten Medikamente müssen für diese Therapie zugelassen werden. Dazu müssen Studien angefertigt werden, die ausschließen, dass die beobachteten therapeutischen Effekte auf Selbsttäuschung, falschen Validierungsprozessen oder fehlerhaftem Versuchsdesign basieren.

Nun ist die Fibromyalgie als eigenständiges Krankheitsbild zwar noch nicht sehr lange definiert, aber doch schon so lange, dass eine Vielzahl von Untersuchungen zur Pathogenese und zu sinnvollen Therapieansätzen durchgeführt wurden.
Was auch immer diese Forschungsarbeiten zeigten, sie zeigten keine Wahrscheinlichkeiten dafür, dass die Theorie Dr. Amands möglicherweise richtig sein könnte.

Amand war wohl Wissenschaftler genug, um seine Theorie – als Reaktion auf die wissenschaftliche Kritik an seiner Theorie – einer Überprüfung durch eine Langzeitstudie zu unterziehen. Er selbst war sogar als Berater an dieser Studie beteiligt.

Das Ergebnis war für ihn verheerend, aber letztlich nicht zu ignorieren. Es zeigte die auch von anderen (alternativen) Heilverfahren bekannten Effekt auf, dass die zweifellos vorhandenen Zustandsverbesserungen bei Patienten nicht auf die medikamentöse Therapie, sondern auf den in jeder Therapie existierenden Placebo-Effekt zurück zuführen waren.

Für die Validität der Amandschen Theorie zur Fibromyalgie liegt definitiv kein Beweis vor, genau so wenig ist die Wirksamkeit der Guaifenesin-Therapie jenseits des Placebo-Effekts belegt.

Amand selbst hat dieses Ergebnis wohl zur Kenntnis genommen, und reagiert auf eine fast schon standardtypische Art und Weise, in dem er eine Erklärung für das Scheitern der Studie suchte – und schließlich fand. Er ändert bestimmte Empfehlungen in der Therapie, und behauptet nun, sein Ansatz wäre doch richtig. Aber auch diese Behauptung ist bis heute nicht durch eine entsprechende Studie belegt, wie auch der gesamte Ansatz der Amandschen Therapie keinen Einfluss in der wissenschaftsmedizinischen Behandlung von Fibromyalgie-Patienten hat.

Was aber in dieser Hinsicht von Bedeutung ist: Gibt man bei Google den Suchbegriff „Guaifensin-Protocol“ ein, erhält man über 100.000 Einträge mit einer Vielzahl von anekdotischen Heilsberichten. Das deutet darauf hin, dass bei Fibromyalgie-Betroffenen, wie auch bei anderen Schmerzpatienten, mit einem hohen Maß an Suggestibilität zu rechnen ist.

Im Zusammenhang mit der Metaanalyse von Mathie stellt sich die Frage, warum ausgerechnet eine Studie zu einem Krankheitsbild als Beweis herangezogen wird, deren Ergebnissen – der Natur der Sache geschuldet – mit einem hohen Maß an Unschärfe versehen sind?           

 Iris Bell, dritte Zeugin der Verteidigung, Homöopathin aus Arizona, berühmt-berüchtigt wegen ihrer fixen Idee, dass Nanopartikel die Wirkung homöopathische Arzneien erklären könnten, hat sich ebenfalls der Fibromyalgie angenommen.

Herausgekommen ist dabei eine Studie, die eher einem mathematischen Kunstwerk gleicht. Warum das so ist, ist ganz einfach: Zuerst lieferten die erhobenen Daten nämlich allenfalls statistischen Lärm. Mal war es bei der Verum-Gruppe lauter, mal bei der Placebo-Gruppe – und das ist gleichbedeutend mit einem negativen Ergebnis für die Homöopathie, denn es geht ja darum, zu zeigen, dass die homöopathische Therapie dem Placebo überlegen ist. 

Nun hat Dr. Bell versucht, trotz dieses negativen Ergebnisses, die Studie für die Homöopathie zu retten. Und das gelingt dadurch,  dass sie die Daten – fälschlicherweise – als positiv für die Homöopathie interpretiert, und damit das auch jedem auffällt, noch ein wenig statistische Kosmetik betreibt. Die führt dann zu einer geringfügigen Stärkung der für die Homöopathie sprechenden Daten – wobei der Gesamteffekt weiterhin minimal ist – und für den Patienten wegen der Geringfügigkeit keine merkbare Verbesserung darstellt.

Aber darum geht es Frau Bell wohl auch nicht. Vielmehr geht es um die Rechtfertigung der Forschungsgelder, die ihrem Institut an der Universität von Arizona vom NCCAM (National Center for Complementary and Alternativ Medicin) in enormer Höhe überwiesen wurden.         

Insgesamt bleibt auch hier die Frage, wieso ausgerechnet diese Studie das Attribut „zuverlässiger Beweis“ erhalten hat.

 

…und das untere Ende der Fahnenstange

 Nachdem die Auswahlkriterien, die Mathie in seiner Metaanalyse nutzt, schon bei den Spitzenprodukten zu einer skurilen Auswahl geführt haben, scheint es sinnvoll, auch dort nachzuschauen, wo der Filter zugeschlagen hat, und sich die vermeintliche Spreu sammelt.

Betrachten wir also die gescheiterten 10 Kandidaten genauer:

Zuerst fällt auf, dass 5 der 10 Studien, die Mathie aus seiner Metaanalyse herausgenommen hat, negativ für die Homöopathie waren, und man sollte sich interessehalber mal die Mühe machen, auszurechnen, wie sich das Ergebnis der Metanalyse verändern würde, wären diese Studien auch mit in die Betrachtung aufgenommen worden.

Was aber viel mehr erstaunt: Unter den 5 Studien sind zumindest 2, die ganz allgemein als hochqualitativ gelten, nämlich die schon erwähnte „Münchener Kopfschmerzstudie“ von Harald Walach und die Studie von White zur homöopathischen Asthma-Behandlung.

Nun mag man über Harald Walach denken, was man will – seine Studie war wegweisend für die homöopathische Forschung, wer wollte das anzweifeln? Sie übertrifft in ihrer Qualität viele der windigen Studien, die in die Metaanalyse einbezogen wurden, bei weitem. Gleiches gilt auch für die White-Studie. Andrew White gehörte zur Forschungsgruppe von Edzard Ernst an der Universität von Exeter. Und das ausgerechnet Ernst, der wegen seiner Arbeiten u.a. zur Homöopathie schwerstem Beschuss seitens der homöopathischen Anhängerschaft ausgeliefert war, auf einmal Schrottstudien abgeliefert haben soll, wem will Mathie das Glauben machen?

Was aber für Gaga-Studien in der Metaanalyse landeten, dafür seien als abschreckende Beispiele das Rastogi (a)-Papier zur Homöopathie bei HIV und die Sepsis-Studie von Frass genannt. Größeren Müll gibt es wohl kaum. Besonders die 180-Tage Sepsis-Überlebensrate, die Frass als Nachweis für die Überlegenheit der Homöopathie anführt,  ist eine Sternstunde der Blödheit – und hieße ich Walach, ich wäre schwer beleidigt, dass das Gemurkse eines solchen Dünnbrettbohrers meiner Arbeit angeblich überlegen ist.

Erwähnt werden sollen der Vollständigkeit halber auch die Studien von Gaucher, Steinsbekk und Andrade. Sie waren ebenfalls negativ und  wurden aus dem Kontingent entfernt.

Was noch zusätzlich erstaunt: Jennifer Jacobs, deren 1994er Studie (Diarrhoe, Nicaragua) zu den 3 Spitzenstudien zählt, ist bei den herausgenommenen Studien auch vertreten, und sogar mit 2 Studien: 1993 (Diarrhoe, Nicaragua) und 2000 (Diarrhoe, Nepal). 1993 waren die Ergebnis negativ, 2000 in Nepal positiv. In der 2003 angefertigte Metaanalyse kommt Jacobs selbst zum Ergebnis, dass es, hinsichtlich der unklaren Ergebnisse,  den 3 Studien insgesamt wohl ein wenig an die statistischer Power mangelte, und fordert größere Studien. Die bekommt sie, wie schon weiter oben erwähnt, dann auch 2006 in Honduras.

Interessiert Sie, geschätzter Leser, das Ergebnis?

The homeopathic combination therapy tested in this study did not significantly reduce the duration or severity of acute diarrhea in Honduran children.

Sollte man sich jetzt nicht fragen, warum es die Honduras-Studie nicht einmal in die Auswahl geschafft hat? Man sollte.

Kurze Anmerkung: Ergänzend noch der kleine Hinweis im Hinblick auf das Risiko der Verzerrung: Jacobs Diarrhoe-Studien wurden finanziert von Borion ( Klick ). Wenn das mal keine Garantie für unabhängige Forschung ist..

B) Zur Trickserei

Was ich Ihnen, geschätzter Leser, mit der vorangegangenen Betrachtung der Studien zeigen wollte, ist Ihnen höchstwahrscheinlich schon selbst deutlich geworden: Mathies innovatives Bewertungssystem produziert nicht nur erstaunliche, sondern merkwürdige, besser, fragwürdige Ergebnisse: Windige Papiere werden zu vermeintlichen Spitzenleistungen hochgejubelt, unstrittig qualitativ hochwertige Studien werden zu Ramschpapieren erklärt.

Das alles mit Strenge, Fairness und gedeckt durch Kriterien der WHO, sagt Mathie.

Wenn wir dem Glauben schenken, sollten wir folgendes bedenken:

  • Die spezifische Wirksamkeit homöopathischer Arzneien ist zum einen wegen des Simile-Prinzips, zum anderen wegen der Verdünnung (insbesondere der Hochpotenzen) extrem unwahrscheinlich.
  • Homöopathische Studien (und genau so auch Studien zu anderen alternativen Verfahren) vergleichen – aus wissenschaftlicher Perspektive – Placebo mit Placebo, und sind deshalb außerordentlich anfällig für falsch-positive Ergebnisse, die dann fälschlicherweise als Erfolge der alternativemedizinischen Intervention gedeutet werden.    

Da alles ist der WHO auch bekannt. Ist es deshalb vorstellbar, dass die WHO ein Katalog von Kriterien zur Beurteilung von medizinischen Studien aufstellt, der alle diese Tatsachen ignoriert und damit Wirksamkeitsnachweise für Therapieverfahren ermöglichen, die aus wissenschaftlicher Sicht nicht einmal ansatzweise plausibel sind?

Wäre es so, wären diese Kriterien das Blatt Papier nicht wert, auf dem sie aufgeschrieben wurden. Nun kenne ich die WHO Kriterien nicht umfänglich. Aber muss ich das eigentlich? Reicht es nicht, sich die Ergebnisse anzuschauen, die mittels ihrer Anwendung entstanden sind?

Nach deren Begutachtung gibt es nur zwei mögliche Urteile über diese Maßstäbe:

  • Entweder sind diese Kriterien grundsätzlich untauglich im Hinblick auf die Anwendung bei solchen wie den hier zur Diskussion stehenden Studien,

oder

  • diese Kriterien bieten so viel Gestaltungsraum, dass der Anwender sich damit ein Protokoll zusammenstricken kann, dass genau die Ergebnisse liefert, die gewünscht sind.

Die dritte Möglichkeit verlässt komplett den Rahmen des Seriösen, ist insoweit eigentlich keine. Sie erinnert ein wenig an das Steuerrecht, das Steuergestaltung bis zu einer bestimmten Größenordnung zulässt – aber bei der Überschreitung bestimmter Grenzen,  wird aus hochkreativer Anwendung bestehender Normen, nur noch kriminelle Steuerverkürzung.

Momentan drängt sich nicht nur mir der Eindruck auf, dass es sich möglicherweise um wissenschaftliche „Steuerverkürzung“ handelt, bei dem, was Mathie da so treibt.

Nobert Aust hat auf Edzard Ernst Blog (Klick), wo gerade eine muntere Diskussion der Metaanalyse stattfindet, ein paar Anhaltspunkte dafür aufgeführt, dass das eigentliche Problem nicht die WHO-Kriterien sind, sondern Mathies Umgang mit diesen.

Aust kann, nach etwas genauer Recherche, anhand des Vergleichs der Studien von Jacobs 1994 und Walach 1997,  zeigen, dass Mathie bei diesen zwei Studien, einzelne Qualitätsaspekte, die hinsichtlich ihres Qualitätsniveau gleichwertig sind, völlig unterschiedlich bewertet, und zwar systematisch zum Nachteil der Walach-Studie, und kommt dememtsprechend zu einer sehr eindeutigen Feststellung:

“I have reason to believe that this review and metaanalysis in biased in favor of homeopathy. (…) In a nutshell: I fail to see the basis for the different ratings in the studies themselves. I assume bias of the authors of the review.”

Es ist kaum zu übersehen, dass die vermeldete Signifikanz nur über die Manipulation des Studien-Rankings möglich wurde, also mittels der Einschluss- und Ausschlusskriterien erfolgte. Schon allein der Ausschluss von Walachs Kopfschmerzstudie deutet darauf hin. Allerdings lassen sich bei intensiver Literaturrecherche, die Mathie durchgeführt haben will, noch einige andere hochqualitative und dementsprechend negative Studien finden, die in der Metaanalyse zumindest von mir schmerzlich vermisst werden. Eine fehlt mir ganz besonders: Mathies Studie zu Oscillococcinum. ( Klick ).

 

Zusammenfassung:

Zuerst einige allgemeine Überlegungen:

  • Ein viertel Jahrhundert homöopathische Forschung – und nur 32 Studien als beachtenswertes Ergebnis;
  • Alle Arbeiten entweder mit hohem Verzerrungsriskio behaftet, oder mit Ungewissheit darüber, wie hoch das Risiko der Ergebnisverfälschung tatsächlich ist;
  • 3 Studien aus 25 Jahren Forschung werden letztlich mit dem Attribut „zuverlässiger Beweis“ versehen;

3 „zuverlässige“ Studien als Gesamtergebnis der homöopathischen Forschungstätigkeit der vergangenen 25 Jahre, von denen die eine – nach objektiven Gesichtspunkten – eine statische Aussagekraft wie das Orakel von Delphi hat, die Dateninterpretation der zweiten mit viel Zurückhaltung als „phantasievoll“ zu bezeichnen ist, und die dritte erst mit enormem Rechenaufwand aus Streuungen eine dünne Evidenz errechnet.

Ein irres Ergebnis – oder ein unglaubwürdiges, wie nachzuweisen ist.

Wir müssen uns also fragen, was Mathie beabsichtigt, wenn er ein für die homöopathische Forschung so dermaßen ruinöses Ergebnis veröffentlicht?

Um sich über Mathies Motive klar zu werden, sollte man folgendes bedenken:

Garbage in, Garbage out ist ein Grundprinzip in der Datenanalyse: Gebe ich Müll herein, kommt Müll heraus.

Sich dieses Prinzip zu vergegenwärtigen, ist in der statistischen Metaanalyse besonders wichtig, denn aufgrund statistischer Eigenheiten lässt sich aus methodisch schlechten Studien mittels Metaanalyse, besonders dann , wenn systematischer Fehler in jeder dieser Studie in die gleiche Richtung gehen, durch die Zusammenfassung der Schrottstudien eine statistische Signifikanz erreichen.

Das ist bekannt – und lässt sich bei genauerer Betrachtung auch ohne große Probleme feststellen, zumal  die “inverse Korrelation“, wie Alan Sokal es ausdrückt, zwischen der methodischen Qualität der Studie und der beobachteten Wirksamkeit der Homöopathie auch kein Geheimnis ist: Die schlechtesten Studien finden üblicherweise den stärksten Beweis für die Homöopathie. Hochqualitative Studien mit entsprechender Stichprobengröße liefern dagegen negative Ergebnisse.

Geht also jemand nicht allein mit der Absicht an eine Metaanalyse, einen möglichst objektiven Überblick über die Studienlage zu liefern, sondern ein erwünschtes Ergebnis zu erreichen, so steht dieser Analyst vor zwei Problemen, wenn es sich, wie in diesem Fall, um ein Untersuchungsobjekt handelt, bei dem positive Ergebnisse im Grunde nicht – oder nur als Ergebnis schlechter Forschungsarbeit zu erwarten sind:

  • Zum einen muss Müll zu Gold erklärt werden, damit die Regel von den schlechtesten Studien mit den besten Ergebnissen nicht sofort zur Anwendung kommt, Gold dagegen muss zu Müll erklärt werden, damit negative Ergebnisse nicht die Möglichkeit versauen, auch mit miesen Studien Signifikanz zu erreichen.
  • Zum anderen darf es möglichst nicht sofort auffallen, dass so verfahren wurde.

Das gelingt Mathie ganz hervorragend auf einer „Meta-Ebene“ durch sein Auswahl-Protokoll. Es bedeutet nämlich einen enormen Recherche-Aufwand (im Grunde muss man wirklich alle Studien sichten, und sie im Detail miteinander vergleichen), um hinter all die Tricksereien zu kommen, mit denen diese ganz spezielle Auswahl zustande gekommen ist, die Mathie präsentiert.

Weil aber Mathie genau die Denkweise seiner Mithomöopathen kennt, und andererseits auch davon ausgehen kann, dass sich kaum jemand die Mühe macht, hinter die bemüht wissenschaftlich-objektive Fassade seiner Metaanalyse zu schauen, wird seine Metaanalyse, trotz der völligen wissenschaftlichen Unglaubwürdigkeit der Homöopathie, als Nachweis der Wirksamkeit gehandelt werden – auch wenn diese nur mit 3 „zuverlässigen Beweisen“ belegt ist, gegen die Abermillionen von Experimenten, Versuchen und Studien in der Physik, Chemie und Biologie stehen, die starke Beweise dafür liefern, dass die Homöopathie nicht funktionieren kann. Nicht in dieser Welt und unter den erkannten Naturgesetzen.

Aber hat das jemals Homöopathen interessiert?

Robert Mathie hat sich auf Edzart Ernsts Blog schon zu den kritischen Anmerkungen zu seiner Metaanalyse geäußert:

“We found a small treatment effect collectively from the trials with reliable evidence (which would be designated ‘higher methodological quality’ by Shang) and, given the low quality of the trials overall, we formed a reasonable and cautious scientific conclusion. It is an honest and novel statistical finding that deserves open-minded scientific attention.”

Ich kann dem nicht folgen. Ich halte seine Metaanalyse vielmehr für einen weiteren Hinweis darauf, dass das Forschungsinstrument RCT an der Grenze zwischen Zufall und Kausalität sensibel auf „kreative Buchführung“ reagiert, was dazu führt, dass solchen komplett künstlichen Gebilden wie der Homöopathie, eine Existenz auch in einer unabhängig von uns und unseren Vorstellungen existierenden Natur zugebilligt wird – und dafür gibt es weiterhin keinen ernstzunehmenden Anhaltspunkt.

Insoweit ist Mathies Machwerk in der unendlichen Komödie  vom wissenschaftlichen Beweis der Homöopathie nur ein zusätzliches Kapitel. Überflüssig wie die anderen davor – aber sicher nicht das letzte.

Weiterlesen?

Links:

http://edzardernst.com/2014/12/proof-of-concept-that-homeopathic-medicines-have-clinical-treatment-effects-a-challenge-for-experts-to-comment/

http://edzardernst.com/2014/12/homeopaty-proof-of-concept-or-proof-of-misconduct/#comments

http://www.beweisaufnahme-homoeopathie.de/?p=404

http://www.beweisaufnahme-homoeopathie.de/?s=Bell

http://www.sciencebasedmedicine.org/homeopathy-as-nanoparticles/

http://scienceblogs.com/insolence/2012/11/19/the-success-of-nccam-grants-on-homeopathy/

http://scienceblogs.com/insolence/2012/12/17/just-how-stupid-do-homeopaths-think-we-are/

http://theness.com/neurologicablog/index.php/my-day-with-the-homeopaths-part-i/

http://theness.com/neurologicablog/index.php/my-day-with-the-homeopaths-part-ii/

Bücher: 

Boyle, Eric / Quack Medicine: A History of Combating Health Fraud in Twentieth-Century America

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Homöopathie: Brechmittel für den Thorens

Wann Homöopathie wirkt

Ich habe in den letzten Tagen das Dickicht im häuslichen Keller gelichtet. Dabei stößt man in den Kisten und Kästen fast zwangsläufig auf längst Vergessenes und Verschollenes.

Beispielweise auf zwei solcher braunen 250 ml Arzneifläschchen für flüssige Zubereitungen, erstaunlicherweise in einem Karton in trauter Eintracht mit Tonband-Cassetten, einigen Schallplatten, einem etwas verranzten Sennheiser HD 414 und diversem HiFi-Gedöns.

Wieso die sich dort befanden, ist schnell erklärt: Die in den Fläschchen ehemals zu findende Lösung, eine homöopathische Zubereitung aus dem Brechmittel Apomorphin  ( Klick ) und anderen therapeutischen Abwegigkeiten in der absurden Potenz C200, bestand aus einem der üblichen Arzneiträgern, die gemäß dem Homöopathischen Arzneibuch (HAB) verwendet werden dürfen – in diesem Fall aus einem Äthanol-Wasser-Gemisch mit einem Alkoholgehalt von etwa 60% – und natürlich den geistartigen Kräften des Apomorphins. Nun hatte sich das Mittel als Therapeutikum einer doch sehr konkreten Erkrankungen meiner Herzallerliebsten als so genauso untauglich erwiesen, wie jedes andere homöopathische Mittel, und dementsprechend mäanderte es eine Zeitlang – ungenutzt bis auf wenige Tropfen – durch den unseren Medizinschrank.

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Homöopathie: Über Miasmen, Größenwahn und Unvermögen, die HoG und Ebola

Eigentlich halte ich die Erörterung der homöopathischen Theorien für überflüssig: Genug ist über die dahinterstehende Unwissenheit, über die Denkfehler, über die Fehlinterpretation homöopathischer Erfahrungen, und über den Anteil an reiner Phantasie in den Theorien schon geredet und geschrieben worden.

Jeder, der heute Globuli in der Annahme einwirft, sie könnten – als Alternative zur konventionellen Pharmazie – tatsächlich helfen, muss sich über folgendes klar sein: Alles, was wir heute darüber wissen, wie ein lebender Organismus funktioniert und wie seine Störungen, sprich Krankheiten entstehen, welche Folgen und Verläufe diese haben und wie sie zu therapieren sind, wurde von den Naturwissenschaften und der wissenschaftsbasierten Medizin herausgefunden.

Der Beitrag der Homöopathie ist null – was letztlich der banalen Tatsache geschuldet ist, dass Hahnemann (und die vorwissenschaftliche Medizin insgesamt) zu seiner Zeit so gut wie keine (technischen) Möglichkeiten hatte, eine Ätiologie zu entwickeln, die den heute erkannten Kausalitäten in der Krankheitsentstehungen auch nur ansatzweise gerecht wird.

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Homöopathie-Forschung: Waste of time and money

Wenn man sich auf etwas in der CAM-Forschung wirklich verlassen kann, ist es die     “Send-more-money-Phrase”. Die ist in dieser direkten Form natürlich nicht in der Zusammenfassung diverser Studien zu finden – dort ist üblicherweise zu lesen: „Weitere Forschung ist nötig…“ Warum dieser Forderung, zumindest bei der Verteilung von aus Steuergeldern finanzierten Forschungsmitteln, mit Hohngelächter begegnet werden sollte, zeigt – als eines von vielen – das folgende kleine Beispiel: Weiterlesen

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Homöopathie: Klartext!

Ich versteh´mal wieder den DZVHÄ nicht: Der Verein mit ´nem Oxymoron im Namen, Standesvertretung der wahren, “ächten Heilkünstler” in diesem unseren Lande, ist aus unerfindlichem Grund stinkig ( Klick ).

Angeblich liegt das an einer in den Augen des DZVHÄ völlig absurden Idee einer christdemokratischen Verbraucherschützerin, Globuli vom homöopathischen Geschwurbel befreien zu wollen – auf dass der Patient hinsichtlich der homöopathischen Mittelverordnung ein wenig mehr Entscheidungskompetenz gewinnt, weil dieser durch eine eindeutige Etikettierung in Zukunft im Detail weiß, wessen Geisteskraft in ihm gerade wirkt, wenn schon kein Wirkstoff mehr vorhanden ist.

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